Hansestrom zerstritten: Eon darf offenbar weiter mixen

Freitag, 14. Dezember 2001
Vorerst wird weitergemixt: Die Kampagne von Eon
Vorerst wird weitergemixt: Die Kampagne von Eon

Die Verwirrung um die Mixpower-Kampagne von Eon, gegen die der Hamburger Stromhändler Hansestrom wegen vermeintlich irreführender Werbung eine einstweilige Verfügung (EV) erwirkt hatte, geht weiter: Einerseits wurde laut Eon im gestrigen Schlichtungsgespräch festgestellt, "dass eine Notwendigkeit für das Erwirken einer EV aus Sicht von Hansestrom-Geschäftsführer Mathias Grau nicht bestanden hat". Beide Unternehmen hätten sich "verbindlich geeinigt": Die Kampagne werde weiter laufen - und Hansestrom nichts dagegen unternehmen.

Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit: Offenbar sind die Gesellschafter von Hansestrom heftig zerstritten: Neben dem finnischen Energiekonzern Fortum (50 Prozent) ist zu gleichen Teilen der Hamburger Rechtsanwalt Andreas Grigoleit, zugleich zweiter Geschäftsführer, an Hansestrom beteiligt. Grigoleit: "Die einstweilige Verfügung bleibt weiter in Kraft und vollstreckbar."

Eon und Fortum hätten sich "vermutlich aus übergeordneten Konzerninteressen geeinigt und den von Fortum gestellten, nicht alleinvertretungsberechtigten Co-Geschäftsführer Grau veranlasst, einen Verzicht auf Vollstreckung anzukündigen". Nachdem er, Grigoleit, nach dem Abbruch der Verhandlungen am Donnerstag die Eon-Zentrale bereits verlassen hatte, hätte Eon mit einem "von Hansestrom nicht autorisierten Statement von Herrn Grau versucht, den Eindruck zu vermitteln, die Kampagne sei zulässig und würde nun von Hansestrom toleriert".

Eon-Sprecher Erwin Haydn ficht das alles nicht an: "Wir werben weiter. Wir können uns nicht dazu äußern, aus welchen Gründen Herr Grigoleit mit einem möglichst hohen Geräuschpegel diesen Privatkrieg führt."
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