Handymarke Siemens vorerst gesichert

Dienstag, 07. Juni 2005
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Die Handymarke Siemens bleibt auch nach dem Verkauf der Mobiltelefonsparte an den taiwanesischen Konzern Benq erhalten. Wie Siemens-Sprecher Wolfram Trost auf Anfrage von HORIZONT.NET mitteilt, wird Benq nach Abschluss der Transaktion im Handygeschäft weltweit zunächst unter der Marke Siemens auftreten. Die Nutzungsrechte gelten allerdings vorerst nur für fünf Jahre. "Danach muss neu verhandelt werden", so Trost. Der Deal sieht laut einer Benq-Sprecherin vor, dass in den ersten 18 Monaten die Marke Siemens alleine im Vordergrund steht. Danach ist ein Cobranding vorgesehen. So könnte der Handykonzern etwa mit dem Schriftzug "Benq - powered by Siemens" oder "Benq/Siemens" auftreten.

Die Übernahme birgt auch Zündstoff für die Agenturbeziehungen. Die Handysparte von Siemens arbeitete bislang mit dem Agenturduo TBWA, Düsseldorf, und Springer & Jacoby zusammen. Von der Hamburger Agentur hatte sich Benq allerdings Ende 2004 getrennt. Zwar betont eine Benq-Sprecherin, dass sich die Agenturfrage derzeit "überhaupt nicht stellt". Dennoch stellt sich angesichts der Vorgeschichte die Frage, ob Springer & Jacoby nach dem Eigentümerwechsel im Boot bleibt.

Derweil sind erste Details zur Transaktion durchgesickert. So wird Siemens neue Aktien von Benq in Höhe von 50 Millionen Euro zeichnen und sich somit an dem Unternehmen beteiligen. Die Gründung eines Joint Ventures, über die einige Medien spekuliert hatten, wird es nicht geben. Auch der Chefposten ist bereits besetzt. So wird Clemens J. Joos, der bereits bei Siemens der Mobile Devices Division vorstand, das Handygeschäft im neuen Unternehmen mit Benq führen. Lothar Pauly bleibt Chef der Sparte Siemens Com, die künftig die festnetz- und Infrastrukturlösungen bündelt.

Noch nicht bekannt ist, wie viel Benq für die Handysparte von Siemens zahlt. Dafür steht bereits fest, dass der Hauptsitz des Handygeschäfts auch in Zukunft München sein wird. Zudem will Benq die weltweit 6000 Mitarbeiter der Handysparte komplett übernehmen. Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld glaubt, mit Benq den idealen Partner gefunden zu haben. "Benq ist bisher sehr stark in Asien und erhält so Zugang zu den europäischen und lateinamerikanischen Märkten, wo wir führende Positionen einnehmen", so Kleinfeld.

Benq kommt durch die Übernahme seinem Ziel, zu den führenden Handykonzernen Nokia, Motorola und Samsung aufzuschließen, einen großen Schritt näher: Der weltweite Siemens-Marktanteil war zwar im 1. Quartal von 8 Prozent im Vorjahr auf nur noch 5,5 Prozent eingebrochen. Gemeinsam kommen die Unternehmen allerdings auf einen weltweiten Marktanteil von 9,5 Prozent. Damit steigt Benq zum viertgrößten Handyhersteller nach Nokia (30,4 Prozent), Motorola (16,8 Prozent) und Samsung (13,3 Prozent) auf und liegt deutlich vor LG (6,2 Prozent) und Sony Ericsson (5,5 Prozent).

"Mit der Transaktion bekommen wir exzellente Mitarbeiter, etablierte Verkaufskanäle, eine hochkarätige Kundenbasis. Die starke Siemens-Marke unterstützt diese Expansionsstrategie", sagt entsprechend K.Y. Lee, Chairman & CEO von Benq. mas
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