Handelsmarken unter Druck: Kunden setzen wieder verstärkt auf Hersteller-Brands

Montag, 02. Januar 2012
Die Verweildauer in Supermärkten nimmt ab
Die Verweildauer in Supermärkten nimmt ab


Die Markenartikelhersteller dürfte das freuen: Die Verbraucher greifen an den Regalen wieder häufiger zu Markenprodukten. Und was dem Handel gefallen dürfte: Die Shopper kaufen mehr als geplant ein. Das sind zwei Kernergebnisse des aktuellen POS-Marketing-Reports, den die Wiesbadener Vermarktungsagentur UGW und der HORIZONT-Schwestertitel "Lebensmittel Zeitung" gemeinsam erstellen. Fast drei Viertel der Befragten ziehen danach günstige Markenprodukte den Handelsmarken vor. 82 Prozent der Befragten gönnen sich zudem ein Markenerlebnis ohne dabei auf den Preis zu achten. Das ist gegenüber der vergangenen Verbrauchererhebung im Jahr 2009 fast eine Verdopplung. Am stärksten nehmen die Konsumenten dabei die Angebote der großen Nahrungsmittelhersteller wahr. "Weder Kosmetik-, noch Bier-, noch Spirituosenmarken werden vergleichbar häufig genannt, wenn nach Qualitätsware gefragt wird", schreibt die LZ. 

Für Unruhe in der Branche dürfte jedoch eine weitere Erkenntnis sorgen. Die Treue zur Einkaufsstätte nimmt ab, insbesondere bei den Senioren ab 65 Jahren. Diese agieren zunehmend flexibler und spontaner als bisher. Gleichzeitig reduziert sich die Verweildauer in den Läden. Bei der Generation 65 plus bleibt nur noch jeder Fünfte länger als 30 Minuten in den Märkten. 2007 war es noch jeder Dritte. Bei den 18- bis 39-Jährigen investiert sich nur jeder Zehnte mehr als eine halbe Stunde in seinen Einkauf. 

Zu den nachhaltigsten Instrumenten der Werbung am Point of Sale gehören laut der Studie bei den Verbrauchern der Einsatz personalgestützter Promotions (80 Prozent) und Couponing (61 Prozent). Zwei Drittel der Befragten haben darüber hinaus mindestens einmal ein Produkt mit Zugabe gekauft. Code-Aktionen hingegen kommen bislang nicht so gut an. Lediglich jeder Fünfte nutzt solche Angebote, auch zählen Gewinnspiele am Produkt, Werbung am Einkausfwagen sowie Instoreradio eher zu den schwächeren Instrumenten.

Für die Studie haben UGW und die "Lebensmittel Zeitung" 700 Verbraucher im Umfeld von Filialen befragt. Den POS-Marketing-Report gibt es jährlich. Die Verbraucherbefragung wechselt sich jährlich mit einer Händler befragung ab. Die Studie ist beziehbar unter anderem über die Homepage der Lebensmittel Zeitung. mir

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