"Haben wir uns etwa geirrt?": So giftet Foodwatch gegen Capri Sonne

Dienstag, 07. Mai 2013
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Dass man auf der Nominiertenliste für Foodwatchs Anti-Preis "Goldener Windbeutel" steht, schmeckt Capri Sonne gar nicht. Also wehrte sich die Marke der Wild/SiSi-Werke per Presseerklärung gegen die zweifelhafte Ehre - und trieb die Verbraucherschützer dadurch nur zu noch mehr Häme an: Im Netz veröffentlichte Foodwatch ein giftiges Video, in dem man die Rechtfertigung von Capri Sonne auf die Hörner nimmt. Zur Erinnerung: Capri Sonne wurde von Foodwatch für "Schul-Marketing und Sport-Schwindel" für den "Goldenen Windbeutel" nominiert. Bei dem Getränk handele es sich um eine "Wasser-Zucker-Aroma-Mixtur mit ein bisschen Fruchtsaft", die dreisterweise besonders häufig im Sportumfeld und dann auch noch an den Eltern vorbei beworben werde, heißt es in der Begründung.

Das wollte Capri Sonne nicht auf sich sitzen lassen und formulierte umgehend eine Presseerklärung, in der man zu den Vorwürfen Stellung bezieht. Allerdings verwendeten die Heidelberger dabei eine Formulierung, die nun zum Bumerang wird: "Es ist nicht richtig, dass Capri-Sonne an Kinder vermarktet wird. Vielmehr sind Eltern die wichtigste Zielgruppe für Capri-Sonne", heißt es in der Presseerklärung. Dabei wird auf die Verteilung der Mediaspendings verwiesen, von denen nur 30 Prozent für Kommunikation an Kinder aufgewendet würden.

Eine Steilvorlage für Foodwatch: "Haben wir uns etwa geirrt", fragen die Verbraucherschützer in einem Online-Video ironisch, nur um anschließend genüsslich die Website von Capri Sonne auseinanderzunehmen - auf der in der Tat in erster Linie Kinder als klar sichtbare Zielgruppe auftauchen. Unter anderem hängt Foodwatch die Kritik an einer Unterrichtsmappe auf, die Capri Sonne und der Partneranbieter Care Line an Grundschulen verteilten. Das Material werde allerdings nicht mehr vertrieben, wie das Unternehmen auf Anfrage von "Spiegel Online" erklärte.

Foodwatch vergibt den Goldenen Windbeutel 2013 bereits zum fünften Mal. Neben Capri Sonne sind in diesem Jahr auch "Monster Backe" von Ehrmann, "Pom-Bär" von Funnyfrisch, die "Nestlé Kosmostars" sowie der Pudding "Paula" von Dr. Oetker nominiert. Die Online-Abstimmung für den Negativ-Preis läuft noch bis zum 15. Mai. Frühere Gewinner des Goldenen Windbeutels waren Ferrero (2011), Zott (2010) und Danone (2009). ire

Für Mobil-Nutzer, anbei der Link zum Youtub-Video: http://www.youtube.com/watch?v=7ozmtbwclLY
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