Guerilla-Aktion: Fifa reicht Klage gegen Bavaria ein

Freitag, 18. Juni 2010
Stein des Anstoßes: Der "Dutch Dress" der Brauerei Bavaria
Stein des Anstoßes: Der "Dutch Dress" der Brauerei Bavaria
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FIFA Niederlande Dänemark Bavaria NV Klage


Die Fifa hat rechtliche Schritte gegen die niederländische Brauerei Bavaria eingeleitet. Diese hatte mit einer Guerilla-Marketing-Aktion beim Spiel der Niederlande gegen Dänemark Aufsehen erregt. Gegen zwei Holländerinnen, die die Aktion vor Ort organisiert haben sollen, wurde Anklage erhoben. Die Brauerei hatte beim Vorrundenspiel von Holland gegen Dänemark eine Gruppe von 36 weiblichen Fans mit knappen orangefarbenen Kleidern ausgestattet. Diese waren zwar nicht mit dem Logo der Brauerei gebrandet, werden aber in den Niederlanden mit Bavaria assoziiert. Eigenen Angaben zufolge hat die Brauerei bereits rund 200.000 der Kleider unters Volk gebracht, die mit einem Achterpack des Biers verkauft wurden und auch über die Homepage von Bavaria vertrieben werden. Die Gruppe wurde noch während des Spiels von Stewards der Fifa aus dem Stadion eskortiert und verhört. Der Vorwurf: Unerlaubtes Ambush-Marketing. Die Brauerei Budweiser darf als offizieller Sponsor als einzige Biermarke in den WM-Stadien werben.

Laut einem Bericht des britischen "Marketing Magazine" haben die südafrikanischen Behörden ein Verfahren gegen die Brauerei und zwei Frauen eingeleitet. Die beiden angeklagten Holländerinnen wurden gegen die Zahlung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt, ihre Pässe wurden allerdings einbehalten. Ihnen drohen bis zu sechs Monaten Haft. Parallel hat die Fifa eine Zivilklage gegen die Brauerei eingereicht.

Für die Fifa ist der Umgang mit der Marketing-Aktion ein zweischneidiges Schwert: Einerseits muss sie die Interessen ihrer Sponsoren schützen; bei einem übertrieben harten Vorgehen könnte der mächtige Fußball-Verband allerdings auch in die Kritik geraten. dh
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