Grünes Licht für Sportwetten-Werbung: VPRT kritisiert Reglementierung von TV-Spots

Donnerstag, 07. April 2011
Bwin könnte auch auf die Trikots deutscher Clubs zurückkehren
Bwin könnte auch auf die Trikots deutscher Clubs zurückkehren

In einer Sondersitzung haben sich die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer am Mittwoch im Grundsatz auf einen neuen Glücksspielstaatsvertrag geeinigt. Dieser soll sieben Konzessionen für private Sportwettanbieter zulassen. Damit dürfen private Anbieter künftig auf Trikots und Banden werben, Fernsehwerbung wird jedoch weiterhin stark eingeschränkt. Die Neuregelungen sollen ab 2012 gelten. Im vergangenen September hatte der Europäische Gerichtshof das staatliche Glücksspielmonopol gekippt, weil die Richter erheblichen Zweifel hatten, ob die deutsche Interpretation der Vorbeugung von Spielsucht dient. Die Richter störten sich besonders an der aggressiven Werbung staatlicher Anbieter. Entsprechend salomonisch kommen nun die Beschlüsse der Länderchefs daher: Die neue Regelung des Glücksspiels in Deutschland gibt im Bereich der Sportwetten privaten Anbietern wieder die Möglichkeit, Glücksspiel anzubieten und dafür zu werben. Jedoch nur eingeschränkt und gegen hohe Abgaben. So wird es zwar erlaubt sein, auf Trikots oder Banden für Sportwetten zu werben. TV-Spots sind zwar grundsätzlich erlaubt - im Umfeld von Sportprogrammen bleiben sie allerdings tabu.

VPRT-Mitglied Thomas Deissenberger kritisiert den Sportwetten-Beschluss
VPRT-Mitglied Thomas Deissenberger kritisiert den Sportwetten-Beschluss
Damit schränken die Bestimmungen die Anbieter von Sportwetten bei ihren Werbemöglichkeiten im Vergleich zu anderen Sponsoren stark ein. Keine guten Aussichten für TV-Vermarkter also. Der Arbeitskreis Wetten im Verband privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) kritisiert demenstprechend den Beschluss der Ministerpräsidenten: "Das Verbot der Werbung im Umfeld von Sportprogrammen im Fernsehen diskriminiert einseitig Werbeträger, die in diesem Bereich tätig sind und ist weder inhaltlich nachvollziehbar noch akzeptabel. Dies ist eine weitere und einseitige Belastung der Mediengattung Fernsehen im intermedialen Wettbewerb um Werbegelder," sagt Thomas Deissenberger, Sprecher des Arbeitskreises und Geschäftsführer der Constantin Sport Marketing.

Zudem verlangen die Länder 16,66 Prozent des Spieleinsatzes als Konzession. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) befürchtet, dass die hohe Abgabe die intendierte Kanalisierung des Glücksspielbetriebs in die Legalität verhindert: "Es steht zu befürchten, dass sich die von Steueroasen wie Gibraltar oder Malta operierenden Anbieter von der Höhe der Abgabe abschrecken lassen" ließ der Verband verlauten.

Die Neuregelungen sollen im Sommer endgültig ratifiziert werden, damit sie ab 1. Januar 2012 in Kraft treten können. ire
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