Grüne Spitzenpolitiker beweisen Sinn für Selbstironie

Donnerstag, 08. März 2012
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Wenn es um die Frauenquote in der eigenen Partei geht, lassen die Grünen nicht mit sich diskutieren: 50 Prozent. Nicht mehr und nicht weniger. In der Art und Weise, wie diese Botschaft kommuniziert wird, gibt sich die Öko-Partei allerdings wesentlich entspannter: Für eine Internetkampagne hat sich das grüne Spitzenpersonal augenzwinkernd in Szene setzen lassen. Claudia Roth ist eine Frau, die weder leicht klein beigibt, noch mit ihrer Meinung hinterm Berg hält. Das wirkt hin und wieder etwas penetrant. Oder man könnte auch sagen: nervig. Dessen scheint sie sich bewusst zu sein: Eines der Kampagnenmotive des "Projekts fifty fifty" zeigt Roth neben dem Satz "Wer nervt mehr als Claudia?". Die Antwort liefern die Grünen gleich mit: "Besser Du als irgendein Kerl." Hintergrund der Kampagne ist die Tatsache, dass bei den Grünen 38 Prozent der Mitglieder weiblich sind. "Das ist viel mehr als in anderen Parteien – aber es ist uns zu wenig. Wir wollen echte Parität erreichen. Unser Ziel: fifty-fifty!", schreibt die Partei auf ihrer Website.

Auch die restlichen Motive (Kreation: Ressourcenmangel, Berlin) spielen mit dem Image und Selbstverständnis des grünen Spitzenpersonals: Bundesvorsitzender Cem Özdemir zeigt sein breitestes Grinsen neben der Frage "Wer lässt Cem alt aussehen?", neben der Fraktionsvorsitzenden Renate Künast heißt es "Wer rupft ein Hühnchen mit Renate", das Motiv mit ihrem Amtskollegen Jürgen Trittin ist mit der Frage "Wer sägt an Jürgens Stuhl?" versehen. Alle Motive sollen über das Internet ausgeliefert werden, außerdem können die Kreisverbände sie auf Postkarten zur Mitgliederwerbung verwenden.

Das Thema Frauenquote wird, wie sich derzeit auch auf der Facebook-Fanpage von HORIZONT zeigt, lebhaft diskutiert. Die Grünen-Initiative soll zwar der Sache dienen, aber auch ein wenig Heiterkeit in eine heikle Angelegenheit bringen: "Mit dieser Kampagne nimmt sich unser Spitzenpersonal selbst auf die Schippe. Auch das Motto kommt mit einem Augenzwinkern daher", so ein Parteisprecher gegenüber HORIZONT.NET. Die Idee komme auch beim männlichen Parteispersonal an, so der Sprecher: "Die grünen Kerle finden's gut." ire
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