Gregor Gründgens sieht kopernikanische Wende im Marketing

Dienstag, 17. Januar 2012
Vodafone-Marketer Gregor Gründgens
Vodafone-Marketer Gregor Gründgens

Gregor Gründgens, Director Brand Marketing bei Vodafone, sieht eine "kopernikanische Wende" im Marketing erreicht: "Der Kunde ist nicht mehr der passive Zuschauer, sondern rückt ins Zentrum des Marketing. Das reicht soweit, dass man sagen kann: der Kunde wird zum wichtigsten Medienkanal und das Produkt zur Botschaft unseres Marketing", sagte Gründgens heute auf dem Deutschen Medienkongress in der Alten Oper in Frankfurt.  Diese Wende habe auch Konsequenzen für die Mediastrategie: "Wenn wir diesen Paradigmenwechsel ernst nehmen, müssen wir uns fragen, was uns die Weiterempfehlung eines Kunden wert ist, oder wie wir es honorieren, wenn ein Kunde ein Problem für einen anderen Kunden löst."

Der Vodafone-Marketingchef sieht auch konkrete Konsequenzen für die Arbeit der Kommunikationsprofis in den Maketingabteilungen, bei den Agenturen und den Medienvermarktern: "Bisher war das Marketing dafür zuständig, den Kunden zu gewinnen. Wenn er dann schließlich bereit war, eine Beziehung mit unserer Marke einzugehen, haben wir diesen wertvollen Kunden dann einfach an die Serviceabteilungen abgegeben. In Zukunft muss sich das Marketing in seiner Bandbreite und Tiefe neu definieren."

Die Kampagne mit Sascha Lobo aus dem Jahr 2008 ging gründlich in die Hose
Die Kampagne mit Sascha Lobo aus dem Jahr 2008 ging gründlich in die Hose
Das bleibe nicht ohne Konsequenzen für die Werbemedien: "Ich schließe in diese Analyse ausdrücklich auch die Budgetfrage mit ein." Die klassischen Werbemedien werden Gründgens Botschaft nicht gerne hören, denn er macht kein Geheimnis daraus, wohin die Reise gehen wird: "Die digitalen Medien sind derzeit deutlich unterbewertet."

Vodafone hat seinen Beginn der kopernikanischen Wende 2008 erlebt, als das Unternehmen mit einer von Scholz & Friends entwickelten Kampagne versuchte, die Generation Upload als Zielgruppe zu erreichen. Der Launch der Kampagne geriet zum Fiasko, da Datenschutzaktivisten die Live-Pressekonferenz auf Facebook kaperten: "Wir sind da naiv in das Projekt gestartet und haben versucht mit einer Web-1.0-Mentalität Web 2.0 zu inszenieren." Aus diesen Erfahrungen habe man gelernt und integrierte Strukturen in der Vodafone-Kommunikation implementiert. cam
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