Greenpeace kürt Sieger im Anti-VW-Filmwettbewerb / VW reagiert gelassen

Mittwoch, 23. November 2011
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VW Dark Side - Pretending from Johannes Laidler on Vimeo.

Vorläufiger Höhepunkt eines nicht enden wollenden Streits: Die Umweltorganisation Greenpeace startete vor zwei Monaten einen internationalen Kurzfilmwettbewerb, bei dem die Teilnehmer dem Autobauer VW die Leviten lesen sollten. Der immer wieder geäußerte Vorwurf der Aktivisten: VW sperre sich gegen Grenzwerte beim CO2-Ausstoß. Nun kürte Greenpeace in London den Sieger des Wettbewerbs. Es ist der deutsche Kameramann und Werbefilmer Johannes Laidler. Dessen Film "Pretending" stellt die Manager des Wolfsburger Autoherstellers als Heuchler dar. Der Gewinner freut sich jedoch nicht nur über die 5000 Britische Pfund Preisgeld: "Praktisch ein Wink des Schicksals, die seit Jahren geübten filmischen Fertigkeiten mit der relevantesten Thematik schlechthin zu verknüpfen und möglicherweise einem breiten Publikum zu präsentieren", so der 19-jährige Konstanzer. Laidler soll mit dem Preisgeld einen Imagefilm für Greenpeace realisieren.

Der Kurzfilmwettbewerb setzte einer Auseinandersetzung von Greenpeace mit VW die Krone auf, die mit einer Parodie des erfolgreichen VW-Spots "The Force" Fahrt aufnahm. In der Folge inszenierte die Umweltorganisation immer wieder Guerilla-Aktionen gegen VW, etwa an dessen Stammwerk in Wolfsburg oder auf der IAA. Der Autobauer schaltete jedoch nicht auf stur, sondern lud die Aktivisten zu Gesprächen nach Wolfsburg ein. "Der Austausch und die Zusammenarbeit mit Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace gehört zu unserem unternehmerischen Selbstverständnis", sagte VW-Kommunikationschef Stephan Grühsem im Juli. Ein Treffen, bei dem die Forderungen von Greenpeace eingehend besprochen werden sollten, kam jedoch nie zustande. Wie die Umweltorganisation im hauseigenen Blog schreibt, habe sich VW nicht mehr gemeldet. Greenpeace fand daher nach eigener Aussage "einen anderen Weg, seine Botschaft zu platzieren". Das Ergebnis kann oben bewundert werden.

Volkswagen möchte den Inhalt des Films nicht kommentieren. Jeder Nutzer solle sich sein eigenes Bild von dem Film machen, so ein VW-Sprecher gegenüber HORIZONT.NET. Die von Greenpeace am Konzern geäußerte Kritik könne man nach wie vor nicht nachvollziehen. Man bleibe aber dennoch gesprächsbereit. ire
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