Goldhasenstreit: Lindt verliert erneut vor Gericht

Freitag, 28. Oktober 2011
Er soll der einzige seiner Art bleiben: Der Goldhase von Lindt Sprüngli
Er soll der einzige seiner Art bleiben: Der Goldhase von Lindt Sprüngli

Rückschlag für den Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli im so genannten "Goldhasenstreit": Das Unternehmen befindet sich seit nunmehr fast zehn Jahren im Clinch mit dem Wettbewerber Confiserie Riegelein aus dem fränkischen Cadolzburg, weil deren Schokoladenhasen angeblich eine zu große Ähnlichkeit mit dem bekannten Lindt-Hasen aufwiesen. Bislang hatte Lindt vor Gericht immer verloren. Nun hat das Oberlandesgericht Frankfurt eine Berufung von Lindt abgewiesen. Beweisstück A, der Lindt-Goldhase, ist in goldener Folie eingepackt und trägt eine rote Schleife um den Hals, daran ist ein Glöckchen befestigt. Beweisstück B, Riegeleins Goldhase "David", hat ebenfalls eine goldene Verpackung und ein Schleifchen um den Hals. Diese ist jedoch braun und aufgedruckt. Die Ähnlichkeiten zwischen beiden Produkten seien zu groß, behauptet Lindt, und will Riegelein verbieten, seinen Hasen weiter herzustellen und zu vertreiben. Um die Verwechslungsgefahr zu dokumentieren, startete das Unternehmen aus Kilchberg bei Zürich sogar eine eigene Meinungsumfrage, deren Ergebnisse in der gestrigen Verhandlung präsentiert wurden. Wie "Welt " berichtet, hätten mindestens 60 Prozent der Befragten einen nackten Riegelein-Hasen ohne Aufdruck für das Produkt aus dem Hause Lindt gehalten.

Eine Begründung für die Ablehnung der Berufung gab das Gericht noch nicht bekannt. Eine schriftliche Begründung wird in den kommenden Wochen erwartet. Wie ein Gerichtssprecher der Nachrichtenagentur DPA sagte, geht der Streit vermutlich weiter: "Auch jetzt ist selbstverständlich die Revision beim Bundesgerichtshof möglich." ire
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