Glücksspielstaatsvertrag: Kritik von Wettanbietern und Profiverband

Donnerstag, 14. April 2011
Bwin möchte wieder auf Bundeslige-Trikots werben
Bwin möchte wieder auf Bundeslige-Trikots werben

Der kürzlich von den Ministerpräsidenten der Bundesländer ausgehandelte Entwurf eines neuen Glücksspielstaatsvertrages sorgt weiter für Aufregung: Sowohl private Wettanbieter, darunter Bwin, als auch der Verband Initiative Profisport Deutschland halten den Vertragsentwurf für nicht zielführend. Wie das "Handelsblatt" heute berichtet, will Bwin-Deutschland-Chef Jörg Wacker "alle rechtlichen Mittel" ausschöpfen, sollte der Vertrag umgesetzt werden. Der Grund: Laut Wacker würde die geplante Abgabe von 16,66 Prozent auf Wetteinsätze die Einnahmen von Bwin übersteigen. "Niemand kann mehr Abgaben zahlen, als er einnimmt", zitiert das "Handelsblatt" Wacker.

Auch die Initiative Profisport Deutschland (IPD), eine Interessensvertretung der größten deutschen Profi-Ligen, sieht den Entwurf des Glücksspielsstaatsvertrages kritisch. Grundsätzlich sei die Öffnung des Sportwettenmarktes für private Anbieter richtig, sagt der stellvertretende IPD-Sprecher Frank Bohmann. "Allerdings sind die veröffentlichten Eckpunkte, insbesondere im Hinblick auf die Abgabensituation, alles andere als erfolgversprechend." Die geplante Kanalisierung von privaten Sportwetten in den legalen Markt würde dadurch verhindert. Stattdessen würden viele Anbieter weiterhin aus dem Ausland operieren, vermutet die IPD, die die Interessen der Deutschen Fußballliga, der Beko Basketball Bundesliga, der Deutschen Eishockey Liga und der Toyota Handball Bundesliga vertritt.

Private Wettanbieter wie auch die IPD favorisieren daher die Initiative aus Schleswig-Holstein. Dort möchte man die Konzessionsabgabe von 16,66 Prozent deutlich senken. Laut "Handelsblatt" haben zahlreiche Glücksspielunternehmen angekündigt, in den Norden auszuwandern und neue Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein zu schaffen. ire
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