Globaler Werbemarkt: Rabatte halten Schaden in Grenzen

Dienstag, 06. April 2010
Nielsen: Spendings gingen 2009 um 1,6 Prozent zurück
Nielsen: Spendings gingen 2009 um 1,6 Prozent zurück
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Die Brutto-Netto-Schere ist 2009 offenbar noch weiter aufgegangen. Das legen jedenfalls die aktuellen Zahlen des Medien-Forschungsunternehmens Nielsen zur weltweiten Entwicklung der Brutto-Werbeausgaben nahe. Danach sind die globalen Investitionen im Krisenjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,6 Prozent gesunken. Begründet wird der geringe Rückgang damit, dass im zweiten Halbjahr deutliche Zeichen einer Verbesserung zu erkennen waren. Im letzten Quartal 2009 seien die Ausgaben in den 27 untersuchten Märkten in Asien, Nordamerika, Europa und Afrika sogar um 4,5 Prozent gewachsen, teilt Nielsen mit - und sieht darin auch "ein gutes Zeichen für ein besseres Werbeklima in diesem Jahr."

Netto dürfte die Entwicklung weitaus schlechter aussehen. Ben van der Werf, Geschäftsführer Nielsen Global AdView, räumt ein, dass viele Vermarkter als Reaktion auf den Verlust von Werbeumsätzen "aggressivere Rabatte angeboten haben, was in den Bruttowerbetrends nicht unbedingt wiedergegeben wird", sagt Van der Werf. "Wenn es stimmt, dass die Zeichen auf Erholung stehen, sollte man daher das Ausmaß dieser Erholung vorsichtig einschätzen“, so der Nielsen-Manager weiter.

Am deutlichsten spürbar war die Aufhellung des Werbeklimas in der Region Asien-Pazifik. Seit dem zweiten Quartal ist sie die einzige Region, die im Vorjahresvergleich ein Wachstum verzeichnen konnte. Europa, unter dem Strich mit 4,9 Prozent im Minus, zeigte einen Aufschwung im zweiten Halbjahr und konnte im letzten Quartal wieder ein Wachstum verzeichnen. Der größte prozentuale Rückgang im Vorjahresvergleich mit minus 9,4 Prozent wurde in Nordamerika beobachtet. Obwohl dieser Rückgang im letzten Quartal geringer wurde, blieben die Werbeausgaben unter dem Vorjahresniveau.

Von der vermeintlichen Verbesserung der Werbekonjunktur im 2. Halbjahr profitierte laut Nielsen insbesondere das Medium TV. In Europa fährt das Medium unter dem Strich ein Minus von 2,8 Prozent ein. Angesichts der Umsatz-Verluste, die RTL (minus 6,3 Prozent) und Pro Sieben Sat 1 (minus 5,5 Prozent) 2009 in Europa zu verzeichnen hatten, scheint der Wert sehr gering. In Deutschland soll der TV-Markt netto knapp zweistellig an Umsatz verloren haben.

Auch die Radiowerbung kommt in der Nielsen-Auswertung gut weg. So konnte das Medium 2009 brutto auf Vorjahresniveau abschließen. In Europa legt Radio siogar um 1,9 Prozent zu. Von den vier Hauptmediengattungen verzeichneten die Zeitschriften die höchsten Werbeeinbußen im vergangenen Werbejahr. In Europa beläuft sich das Minus auf 14,7 Prozent, in den USA sogar auf 21,4 Prozent. mas
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