GfK-Vertrauensindex: Kommunikationsbranche hat schlechtes Image

Donnerstag, 10. Juni 2010
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Schlechte Nachrichten für die Kommunikationsbranche: Werbefachleute, Journalisten und Marketingexperten belegen im Vertrauensranking der GfK 2010 die untersten Plätze, lediglich Manager und Politiker haben ein noch schlechteres Ansehen. Während Marketingfachleute im Vergleich zu 2009 drei Prozentpunkte gut machen können (43 Prozent), büßen Journalisten (2010: 42 Prozent; 2009: 43 Prozent) und Werbefachleute (2010: 33 Prozent; 2009: 35 Prozent) weiter ein. Schlusslicht sind erneut die Politiker. Ihnen vertraut hierzulande gerade mal jeder Siebte. International genießen Feuerwehrmänner das meiste Ansehen, mit 97 Prozent liegt Deutschland sogar noch über dem Durchschnitt. Deutlich verloren haben die kirchlichen Amtsträger. Im vergangenen Jahr vertrauten ihnen noch 72 Prozent der Deutschen, jetzt ist es nur noch etwas mehr als jeder Zweite. Grund ist der Missbrauchsskandal.

Polizisten konnten ihr Ansehen deutlich verbessern. Mit 75 Prozent vertrauen ihnen 14 Prozent mehr als im Jahr 2009. Die Werte variieren allerdings stark innerhalb der Länder: In Deutschland und Italien (je 86 Prozent) sowie in Schweden (83 Prozent) genießen Polizisten das meiste Ansehen. In Frankreich (59 Prozent), Bulgarien (55 Prozent) und Rumänien (53 Prozent) müssen sie hingegen um ihre Glaubwürdigkeit kämpfen. In Deutschland haben außerdem Richter an Reputation gewonnen. Von 79 Prozent im Vorjahr vertrauen ihnen jetzt 83 Prozent.

Obwohl die Finanzkrise noch nicht überwunden ist, konnten Banker ihr Ansehen international steigern - von 37 Prozent in 2009 auf 42 Prozent. Länderspezifisch gibt es hier ebenfalls große Unterschiede. So büßen die Finanzinstitute in Deutschland erneut Prozentpunkte ein, aktuell vertrauen ihnen 57 Prozent der Bundesbürger. Seit dem Beginn der Finanzkrise 2008 hat die Branche hierzulande insgesamt 15 Prozentpunkte verloren.

GfK Custom Research befragte für diese Ergebnisse 18.800 Personen in 15 europäischen Ländern sowie USA, Brasilien, Kolumbien und Indien. hor
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