GfK-Studie: Trotz schlechter Konjunkturerwartungen kein Konsumrückgang

Donnerstag, 15. November 2001

"Gemischte Gefühle" - so fasst das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK seine erste nach den Terroranschlägen vom 11. September im Auftrag der EU-Kommission durchgeführte Verbraucherbefragung in Deutschland zusammen. Danach zeige sich ein insgesamt uneinheitliches Bild der Stimmungslage der Deutschen: Seit Mitte 2000 seien die Konjunkturerwartungen der Konsumenten regelrecht eingebrochen und lägen nun mit etwa 18 Zählern deutlich unter dem langjährigen Durchschnittswert. Im Oktober dieses Jahres sank der Indikator noch einmal und fiel damit fast auf das Niveau der Rezession von 1992/93.

Doch die Rezessionsängste haben sich bislang noch nicht vollständig auf die Einkommensstimmung übertragen. Offenbar gehen die Konsumenten im Moment noch davon aus, dass die Ereignisse des 11. Septembers vorerst keinen negativen Einfluss auf ihr zukünftiges Einkommen haben werden. "Angesichts der gegenwärtigen Stimmungslage kann man davon ausgehen, dass der private Verbrauch aktuell nicht einbricht", folgert die GfK. Der Euro-Einführung schreiben die Forscher kurzfristig eine positive Konsumwirkung zu: Nicht wenige Verbraucher befürchteten, dass die Währungsumstellung zu Preiserhöhungen genutzt wird, und zögen geplante Anschaffung daher vor.
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