Gesprengte Ketten: Carlsberg macht Filmklassiker zum Bier-Thriller

Dienstag, 17. Juli 2012
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Es ist ein Kommandounternehmen, dem sich vermutlich eine ganze Menge Männer anschließen würden. In dem jüngsten Spot der Biermarke Carlsberg versucht sich eine Truppe wagemutiger Helden an einem Ausbruch aus einem Wellnesstempel, den sie zusammen mit ihren Frauen besuchen. Dabei orientiert sich der 90-Sekünder "The crate escape" an einer großen Vorlage. Von der Original-Filmmusik bis hin zu einzelnen Einstellungen ist das Werbeopus der irischen Agentur Fold 7 von dem Kriegsgefangenen-Drama "The great Escape" (DT: "Gesprengte Fesseln") inspiriert. Anders als der Hollywoodklassiker, der vor fast 50 Jahren in den Kinos lief, hat der Bierthriller von Carlsberg ein Happy End für alle Beteiligten. Der Verschwörergruppe gelingt es tatsächlich, unbemerkt einen Fluchttunnel aus dem Spa herauszugraben und sich so mit dem wohlverdienten Carlsberg-Bier über die erlittene Wellness-"Folter" zu trösten. Mit dem Spot wirbt Carlsberg in Irland für eine Gewinnspielaktion auf Facebook, bei der es Urlaubsreisen zu gewinnen gibt.

Die Kampagne liefert allerdings auch ein Beispiel für die Ambivalenz in der Markenführung der Hauptmarke des viertgrößten Brauerkonzerns der Welt. Denn anders als beispielsweise die deutsche Biermarke Hasseröder (Claim: "Männer wissen warum") ist Carlsberg nicht explizit als Männerbier positioniert. Unter dem Slogan "That calls for a Carlsberg" bewirbt die dänische Biermarke vielmehr ihren Genuss- und Belohnungscharakter und spricht dabei beide Geschlechter als Konsumenten an. Ein Spot wie "The crate escape", in dem die Frauen die Negativrolle spielen, birgt daher für Carlsberg stets die Gefahr, seine weiblichen Markenfans zu verärgern. cam
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