Geschmacklose Werbung: Diese Kampagnen wurden vom Werberat öffentlich gerügt

Montag, 25. März 2013
Das gerügte Werbemotiv von Car Clean
Das gerügte Werbemotiv von Car Clean
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Werberat Werbung Ford Motor Indien Kampagne Augsburg Rüge


Werbung geht manchmal über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus. Während derzeit eine geplante Kampagne von Ford in Indien weltweit für Entsetzen sorgt, leisteten sich hierzulande im vergangenen Jahr sechs Unternehmen heftige Fehltritte, auf die der Deutsche Werberat jetzt mit einer öffentlichen Rüge reagiert. Wie aus der aktuellen Statistik des Selbstkontrollgremiums der deutschen Werbewirtschaft hervorgeht, ging es in allen Fällen um die Herabwürdigung von Frauen.
Motiv von Kienzle GmbH
Motiv von Kienzle GmbH
Betroffen davon waren das Möbelhaus Tristan Einrichtungs GmbH in Hamburg, das Restaurant-Kaffee Bob's Gastro GmbH mit Sitz in Augsburg Augsburg), die Landshuter Metzgerei Mayer, der Alkoholproduzent G-Spirits in Tapfheim,Schwaben/Landkreis Donau-Ries, das Handelsunternehmen Küche direct Leipzig sowie die Kienzle GmbH mit Sitz in Bad Friedrichshall, ein Produzent von Folien-Tastaturen und Touch-Eingaben-Systemen.

In diesem Jahr erwischte es bisher Car Clean. Der Betreiber von Autowaschanlagen mit Sitz in Hoyerswerda wirbt für seine "Unterbodenversiegelung" auf seiner Facebookseite mit einer Abbildung weiblicher Beine, zwischen den Fußknöcheln strafft sich ein Slip. Die Copy lautet "Noch unten ohne???". Die Öffentliche Rüge wendet der Werberat an, wenn sich ein Unternehmen weigert, eine beanstandete Werbung nicht aus dem Markt zu nehmen oder zu korrigieren.

Motiv von Metzgerei Mayer (Landshut)
Motiv von Metzgerei Mayer (Landshut)
Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 915 Proteste von Konsumenten gegen 479 Werbekampagnen. Davon musste sich der Werberat mit 305 beschäftigen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 16 Prozent. In 233 Fällen sah das Gremium keinen Grund zum Handeln. Bei 72 Kampagnen hingegen sei die Eingabe von Bürgern korrekt gewesen. Die Folge: 57 Unternehmen stoppten die Werbung, 9 änderten diese. Das entspricht einer Durchsetzungsquote von 92 Prozent.

Die Vorwürfe der Konsumenten gegen die Werbesujets umfassten 15 Motivfelder. Am häufigsten ging es um die Diskriminierung und Beleidigung von Frauen. 37 Prozent bedeuten ein Anstieg um drei Prozentpunkte gegenüber 2012. Die Diskriminierung von Personengruppen folgt mit zehn Prozent auf Platz 2 vor Gewaltverherrlichung mit neun Prozent.

In 174 Beschwerdefällen war der Werberat allerdings nicht zuständig. So ist das Gremium etwa nicht für angenommene Rechtsverstöße verantwortlich. Die Beschwerde leitet der Werberat an Staatsanwaltschaft oder der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs weiter. "Deutschland verfügt mit den Instrumenten Abmahnung, Einstweilige Verfügung oder Klage über ausreichende Mittel, Firmenrechte geltend zu machen", sagt der Vorsitzende des Deutschen Werberats, Hans-Henning Wiegmann. mir

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Motiv von Tristan Einrichtungs GmbH (Hamburg)
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Motiv von Küche direct Leipzig
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Das Motiv von "G-Spirits" in (Tapfheim)
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Motiv von Bob`s Gastro GmbH (Augsburg)
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