Gema-Aufsichtsratsvorsitzender Bruhn fordert weltweites Bündnis für Musik

Freitag, 20. August 1999

Auf der 11. Entertainment- und Musikmesse Popkom in Köln hat sich Christian Bruhn ausdrücklich gegen "Piraterie und die Ausbeutung der Urheber in den digitalen Netzen" ausgesprochen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Gema, Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, fordert die Politik dazu auf, den Ausbau des Urheberrechts im Internet sicherzustellen: "Ein Staat, der sich um die steuerliche Erfassung von Internetaktionen kümmert, muß auch die urheberrechtliche und vergütungstechnische Erfassung ermöglichen." Bruhn ruft daher zu einem weltweiten Bündnis für Musik auf und spricht von einer "Frage der kulturellen Verantwortung". Die angespannte Stimmung in der Musikindustrie, die vor allem Raubkopierer und Datenkompressionsverfahren MP3 derzeit verursachen, hat auch Thomas M. Stein, Vorsitzender des Bundesverbandes der phonographischen Wirtschaft und Vorsitzender der Geschäftsführung der BMG Entertainment GSA/Eastern Europe, aufgegriffen. Es sei für die Musikindustrie lebensnotwendig, daß die Verträge der World Intellectual Property Organization (Wipo), die das Urheberrecht in der Informationsgesellschaft international regeln, nun endlich auch in nationales Recht umgesetzt werden. Die Position der Politik wird Bundesministerin Hertha Däubler-Gmelin heute in einer mit Spannung erwarteten Rede darstellen. Stein betonte darüber hinaus, es sei notwendig, das Recht auf private Vervielfältigung zu aktualisieren und die Leermedienabgabe der Hersteller von derzeit 12 Pfennig pro Stunde Spielzeit deutlich zu erhöhen.
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