"Gebrauchter" Wahlkampf-Slogan: SPD tritt erneut ins Fettnäpfchen

Donnerstag, 11. April 2013
Alles nur geklaut? Der Wahlkampfslogan der SPD (Bild: SPD)
Alles nur geklaut? Der Wahlkampfslogan der SPD (Bild: SPD)

Peer Steinbrück sorgt erneut für Schlagzeilen: Bei der Entwicklung des Wahlkampfslogans "Das Wir entscheidet", den der SPD-Kanzlerkandidat und Generalsekretärin Andrea Nahles am Dienstag in Berlin vorgestellt haben, hat die Partei offenbar sehr schlampig recherchiert. Grund: Der Claim wird bereits seit Jahren von einer Leiharbeitsfirma genutzt. "Wir haben den Slogan vor der SPD gehabt, schon seit 2007", zitiert Bild.de den Deutschland-Chef des Unternehmens Propartner, Christophe Cren. Der Spruch "Das WIR entscheidet" wird unter anderem auf der Homepage des Unternehmens eingesetzt. Ein Copyright hat Propartner auf die Formulierung aber offenbar nicht. Laut Cren hat das Unternehen den Spruch nicht rechtlich schützen lassen. "Deshalb werden wir auch nicht gegen die SPD vorgehen", zitiert Bild.de den Manager weiter.

Die SPD zeigt sich von der Panne unbeeindruckt. Laut "taz" will die Partei an dem Slogan festhalten - was der Partei von der alternativen Tageszeitung die hämische Schlagzeile "Zu blöd zum Googeln" einbringt. Das Ziel der Kampagne zur Bundestagswahl 2013 sei es, Peer Steinbrück als Kandidaten zu präsentieren, der für mehr Wir und weniger Ich stehe. "Dieses Bild von Peer Steinbrück in seiner Rede beim Parteitag in Hannover trifft das Lebensgefühl der Menschen und hat uns inspiriert, daraus den Claim unserer Kampagne zu entwickeln", beschreibt SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles den Entscheidungsfindungsprozess.

Steinbrück hatte zuletzt im Februar für Negativschlagzeilen gesorgt. Damals hatte er nach der Wahl in Italien die Politiker Beppe Grillo und Silvio Berlusconi als Clowns bezeichnet. Italiens Präsident Napolitano hatte deshalb ein Treffen mit Steinbrück abgesagt. mas
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