Fußball-WM: Trittbrettfahrer toppen DFB-Sponsoren

Dienstag, 18. Mai 2010
Auch bei den Biermarken ist der "falsche" Partner stärker als der eigentliche Sponsor
Auch bei den Biermarken ist der "falsche" Partner stärker als der eigentliche Sponsor

Dieses Ergebnis dürfte einigen offiziellen Sponsoren nicht schmecken. Millionen von Euro investieren sie in ihr Engagement als Partner des DFB, um im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika zu punkten - den Erfolg heimsen allerdings andere Unternehmen ein. So nannten beispielsweise 49 Prozent der Befragten fälschlicherweise die Deutsche Bank als Premium-Partner des DFB. Den tatsächlichen Partner, die Commerzbank, hatten dagegen nur 24 Prozent der Deutschen auf dem Schirm. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von YouGov Psychonomics. Auch bei den Biermarken ist der "falsche" Partner stärker als der eigentliche Sponsor. 47 Prozent der Befragten machten Krombacher zum offiziellen DFB-Premium-Partner. Diesen Titel trägt allerdings die Bitburger Brauerei, was aber nur 39 Prozent der Deutschen bekannt ist. Krombacher dagegen ist offizieller Partner der Fußball-Bundesliga.

VW kann ebenfalls von seinen Werbekampagnen profitieren, ohne eine teure Sponsorenlizenz zu besitzen. Der Autobauer, derzeit mit Rudi Völler, Paul Breitner und Fritz Walter in den TV-Werbeblöcken präsent, wird von fast jedem Dritten (30 Prozent) als offizieller DFB-Partner angesehen. Tatsächlich ist das jedoch Mercedes-Benz. "Fußball-Legenden als Testimonial stellen für den Endverbraucher automatisch eine Verbindung zur Fußball-WM dar. Auch ohne offiziellen Sponsoring-Vertrag wird so die Marke VW emotional positiv aufgeladen und kann vom diesjährigen Großereignis profitieren", sagt Studienleiterin Bettina Willmann.

Gut schneiden dagegen Coca-Cola und Adidas ab. 78 Prozent der Befragten ordneten den Brausehersteller, 74 Prozent den Sportausrüster korrekt zu. Deren Konkurrenten Nike, der gestern mit Teaserspots den Countdown seiner WM-Kampagne gestartet hat, und Pepsi werden dagegen nur von jedem Zehnten fälschlicherweise als Partner genannt. Die Werte weiterer DFB-Partner: Nivea for Men ordneten 57 Prozent richtig zu, die Deutsche Telekom kommt auf 61 Prozent, die Lufthansa auf 67 Prozent und McDonald's auf 70 Prozent. Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut 1000 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt. jm
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