Fußball-Bundesliga: Manager zeigen ungebrochenen Optimismus

Mittwoch, 22. August 2012
Das Geschäft mit dem runden Leder läuft bestens
Das Geschäft mit dem runden Leder läuft bestens

Die wirtschaftliche Lage des Profifußballs hat sich in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verbessert. Dies ergibt die heute von der Beratungsgesellschaft Ernst & Young vorgestellte Studie „Bälle, Tore und Finanzen IX". So schätzen 57 Prozent der Manager aus der 1. und 2. Bundesliga die aktuelle ökonomische Situation der Ligen als uneingeschränkt positiv ein, 2011 waren es lediglich 38 Prozent und 2010 sogar nur 29 Prozent. Auch die Zukunftserwartungen für die kommende Saison fallen eindeutig positiv aus: Mehr als zwei von drei Managern (69 Prozent) rechnen damit, dass sich die wirtschaftliche Lage der Branche insgesamt (etwas) verbessern wird. Dabei fällt auf, dass überwiegend die Manager von Zweitligaklubs mit 83 Prozent hier an eine Verbesserung glauben, bei den Vertretern der 3. Liga sind es 10 Prozentpunkte und bei der Bundesliga sogar 30 Prozentpunkte weniger. Auch bei der 5-Jahres-Prognose bezüglich der Gesamteinnahmen herrscht ein optimistischer Gesamttenor vor. Ganze 94 Prozent der Befragten sind von einer positiven Entwicklung überzeugt. Die deutsche Fußballbranche befindet sich laut Thomas Fuggenthaler, Senior Manager bei Ernst & Young, also wieder auf „dem Vorkrisenniveau des Jahres 2008".

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Zu den größten Einnahmequellen der Klubs gehören weiterhin vor allem die Bereiche Medienrechte, Sponsoring, Merchandising, Spielbetrieb und Transfers. Dabei erwarten 63 Prozent der Manager aus den ersten beiden Ligen insbesondere hinsichtlich der Medienrechte in der kommenden Saison hohe Einnahmen - ein Rekordwert im Vergleich zu den beiden Vorjahren (jeweils 53 Prozent). Danach folgen Sponsoring (54 Prozent) und Merchandising (46 Prozent).

In der 3. Liga hingegen setzen die Manager eher auf Merchandising (80 Prozent) und Sponsoring (60 Prozent), lediglich 27 Prozent sehen in den Medienrechten eine sich potenziell erhöhende Einnahmequelle.

Sponsoring ist laut Fuggenthaler deshalb nach wie vor so interessant, weil die Nachfrage seitens der Zuschauer nach dem Produkt Fußball nicht nachlässt. „Die Bereitschaft, für Fußball Geld auszugeben, ist grundsätzlich ungebrochen" resümiert er - auch in Bezug auf die hohen Erwartungen an das Merchandising. Überraschend findet Fuggenthaler hingegen die Tatsache, dass 43 Prozent der Manager den Spielbetrieb als wichtige Einnahmequelle für die kommende Saison werten, obwohl die DFL keine weiteren Erhöhungen der Ticketpreise wünscht und die Stadien der 1. Liga bereits zu 94 Prozent ausgelastet sind.

Während in Liga 1 bei der Verbesserung der Stadioninfrastruktur kaum noch Handlungsbedarf besteht, sehen sich die Dritt-Liga-Manager gefordert: Jeder dritte Verein beabsichtigt, ein neues Stadion zu bauen, und fast jeder zweite Klub plant Umbaumaßnahmen. Die neunte Auflage der Ernst & Young-Studie basiert auf einer telefonischen Befragung von 50 Managern der Klubs der 1. und 2. Bundesliga, sowie erstmals auch der 3. Bundesliga. Sie wurde von Valid Research Bielefeld im Juni/Juli 2012 durchgeführt. Kerstin Acker
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