Fünf Themen, die das Werbejahr 2012 retten können

Montag, 16. Januar 2012
Das Werbejahr 2012 lebt nicht nur von den sportlichen Großevents
Das Werbejahr 2012 lebt nicht nur von den sportlichen Großevents

Die Nielsen-Bilanz zum Werbejahr 2011 hat nicht das positive Signal gebracht, das sich so Mancher erhofft haben dürfte. Zwar wäre ein Werbewachstum von 3,5 Prozent noch vor zwei Jahren als echter Erfolg gefeiert worden, doch dass das Wachstum zum Jahresende - trotz Weihnachtsgeschäft - nur noch bei 2,2 Prozent lag, wirft einen Schatten auf die Prognosen für das laufende Jahr. Die aktuell angelaufenen Preiskampagnen von Handel und Automobilherstellern mag man als erstes Zeichen werten, dass die Werbungtreibenden beginnen, sich auf ein frostigeres Konsumklima einzustellen. Sollten diese Beispiele Schule machen, müssen sich die Werbemedien auf ein hartes Geschäftsjahr gefasst machen. Doch das muss nicht so kommen. Es gibt fünf Themen jenseits der sportlichen Großevents, die dem Werbejahr die benötigten Impulse geben könnten:

FMCG

Während der Handel gerade den Preis wiederentdeckt, setzen die Markenhersteller der Konsumgüterbranche verstärkt auf Produktinnovation und Tradition. Erfolgsbeispiele wie die Haarpflege-Marke Syoss haben gezeigt, dass sich auch in gesättigten Märkten wie Deutschland mit Innovation Marktanteile gewinnen lassen. So hat die Chips-Marke Pringles gerade eine Kampagne gestartet, um die komplett überarbeiteten Produktrezepturen zu bewerben. Weitere Werbekunden dürften folgen. Auch die Vielzahl der angekündigten Jubiläen von Ritter Sport bis Maggi dürften ihre Spuren in der Werbebilanz hinterlassen.

E-Business

Der Fall Zalando und die Cloud-Kampagne der Deutschen Telekom haben es im vergangenen Jahr gezeigt. Das Internet ist als Infrastruktur für mainstreamtaugliche Geschäftsmodelle etabliert. Dieser Trend wird sich in diesem Jahr noch eher verstärken. E-Commerce-Händler müssen besonders stark in die Werbung investieren, um einen schnellen Markenaufbau zu erreichen, der die fehlenden Filialen kompensiert. Und weitere internetgestützte E-Business-Segmente wie beispielsweise die noch junge Recommerce-Branche kommen dazu.

Konsumelektronik

 Zu den ohnehin intensiv beworbenen Smartphone-Modellen wird sich in diesem Jahr noch das Thema Tablet gesellen, nachdem Apple den Konkurrenten Samsung nicht mehr mit ausschließlich rechtlichen  Schritten vom deutschen Markt fernhalten kann. Sollten sich die Spekulationen zu dem iTV-Konzept von Apple bestätigen, werden auch die anderen Hersteller interaktiver TV-Geräte ihre eigenen Lösungen verstärkt in den Werbeinseln sehen wollen.

Entertainment

"Batman", "Der Hobbit", "Hunger Games", "The Avengers" - die Liste an großen Action-Blockbustern ist in diesem Jahr besonders lang. Dementsprechend intensiv wird werblich um die Zuschauer gekämpft werden. Dazu kommt noch der Markt des Online-Gaming, wo nicht nur Pay-Lösungen wie "Star Wars Old Republic" um die Gunst des zahlenden Publikums werben werden, sondern auch eine Flut von kostenlosen Angeboten für die Bekanntheit ihres Angebots sorgen müssen.

Finanzen

Nach Börsenkrach und Euro-Krise ist es mehr denn je notwendig, an die Zeit danach zu denken. Es gilt, das generelle Vertrauen der Konsumenten in die Finanzinstitutionen wieder aufzubauen und Anleger wieder in den Markt zurückzulocken. Vorbilder sind hier Sparkasse und Volksbanken, die den Vertrauensvorsprung aufgrund ihrer genossenschafltichen Strukturen durch gelungene Markenkampagnen noch einmal deutlich steigern konnten. Andere Banken und Finanzberater werden hier nachziehen müssen. cam
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