Frischer Glanz: Esprit investiert 640 Millionen Euro ins Marketing

Donnerstag, 15. September 2011
Rundumschlag: Esprit investiert in Stores, Produkte und das Marketing
Rundumschlag: Esprit investiert in Stores, Produkte und das Marketing


Die Marke Esprit hat in den vergangenen Jahren deutlich an Strahlkraft verloren - das gibt Esprit-CEO Ronald van der Vis ganz offen zu. Um das Modelabel wieder als erfolgreiche Fashion-Brand in der Modewelt zu etablieren, greift van der Vis tief in die Budgettöpfe: 160 Millionen Euro jährlich will der Modekonzern mit Deutschlandsitz in Ratingen in den kommenden vier Jahren allein ins Marketing stecken.
Im Vorjahr habe man mit der Entwicklung einer neuen Markenstrategie begonnen. Jetzt beginne die entscheidende Phase. "Wir werden mit umfassenden Veränderungen die Marke Esprit im Sinne unserer kalifornischen Tradition wieder emotional aufladen und ihr neuen Glanz geben. Wir sind entschlossen, Esprit wieder als unverwechselbare Marke in der Modewelt zu etablieren und die Ertragskraft nachhaltig zu steigern", bekräftigt van der Vis. Dabei werde sich der Konzern von den Wünschen der Kundinnen leiten lassen: "Sie schätzen Qualität und legen Wert auf Nachhaltigkeit. Kurz: sie wollen Esprit zurück - pur und im Original, und zwar für sich selbst, aber auch für die Menschen, die sie umgeben."

Esprit-Chef Ronald van der Vis
Esprit-Chef Ronald van der Vis
Insgesamt lässt sich der Konzern seine Umstrukturierung 1,7 Milliarden Euro kosten. Zu den Baustellen gehören auch die Vertriebskanäle und das Standortportfolio. Die Präsenz in profitablen Märkten wie die DACH-Region, die Benelux-Staaten, Frankreich sowie die asiatischen Länder China, Taiwan, Singapur und Malaysia soll gestärkt werden. Allein in China soll die Shop-Anzahl von 1000 auf 1900 erhöht werden, außerhalb Chinas sind bis 2014/15 185 neue Läden geplant. Zurückziehen will sich Esprit dagegen aus dem nordamerikanischen Markt, Dänemark, Schweden und Spanien.

Bei den Kollektionen will der Konzern Hand anlegen, sie sollen modischer und "anspruchsvoller" werden. Hierzu organisiert Esprit seine Produktabteilungen neu und schraubt an seiner Design-Kompetenz. Damit Modetrends schneller in den Kollektionen einfließen können, eröffnet Esprit in Paris sowie in China eine entsprechende Abteilung.

Heute hat die Esprit Holdings Limited in Hongkong ihre Jahreszahlen bekannt gegeben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 verzeichnete der Konzern einen deutlichen Gewinneinbruch. Der Jahresüberschuss schrumpfte auf umgerechnet 7,45 Millionen Euro - nach rund 400 Millionen Euro im Jahr zuvor. Ohne Sondereffekte belaufe sich der Jahresüberschuss auf 222 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg um 0,5 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro. jm
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