Freitag, der 13.: Der Unglückstag in der Werbung

Freitag, 13. Juli 2012
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Wer unter Paraskavedekatriaphobie leidet, sollte heute besser im Bett bleiben: Der Begriff beschreibt die abergläubische Angst vor dem Datum Freitag, der 13. Die Faszination für das magische Datum hat auch in Marketing und Werbung ihre Spuren hinterlassen: HORIZONT.NET zeigt eine Auswahl an Werbung mit direkten und indirekten Bezügen zu dem vermeintlichen Unglückstag.

Ende 2006, die Fußball-WM in Deutschland ist gerade über die Bühne gegangen, entdeckt Ferrero Freitag, den 13. als Werbethema (Agentur: Aimaq Rapp Stolle). In der Tat sollten sich einige der Nutella-Spots mit deutschen Nationalspielern als geradzu prophetisch in Sachen Unglück erweisen: Kevin Kuranyi, Tim Borowski, Andreas Hinkel, Jermaine Jones, Benjamin Lauth - sie alle waren Testimonials für den süßen Brotaufstrich, allein mit einer erfolgreichen Karriere in der DFB-Elf wollte es anschließend nicht so recht klappen. Manche Medien bezeichneten dies gar als "Nutella-Fluch"...

Damals State of the Art, kommt einem dieser Allianz-Spot aus den 80er Jahren heute etwas komisch vor. Gewirkt hat er aber offenbar prima: Die Melodie ist vielerorts noch bekannt. Nun wüsste man nur gerne, was eigentlich aus Hans geworden ist...

Das Rätsel um Hans löst die Allianz nicht auf, dafür erlebte Freitag, der 13. in der Kommunikation des Versicherungskonzerns 2003 ein Revival. Diesmal ist die Komik gewollt.

Sixt
ist bekannt für pfiffige Slogans. Hier hätte sich mancher Beobachter trotz der erläuternden Unterzeile wohl eine Erklärung des Begriffs Paraskavedekatriaphobie gewünscht.

Während der Olympischen Spiele 2000 launchte Nike seine Kampagne "Why Sport?". Der Spot mit der Mittelstrecklerin Suzy Hamilton in der Hauptrolle orientiert sich an der Filmreihe "Freitag der 13." um den psychopathischen Killer Jason Vorhees, der stets mit der Maske eines Eishockeytorwarts bekleidet auf die Jagd geht. Der Spot, der die Zuschauer zu mehr sportlicher Betätigung animieren sollte, löste in den USA eine Kontroverse aus: Manchen war er zu gruselig, andere erkannten einen Aufruf zur Gewalt gegen Frauen. Nike argumentierte zwar, dass Hamilton in dem Spot ja nicht das Opfer, sondern am Ende die Gewinnerin sei - die Sendeanstalt NBC zog den Spot trotzdem zurück.
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Aktuell nutzt Amazon das belastete Datum für eine Vertriebsaktion: Nur heute schenkt Amazon Kunden aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein fünf Bücher für Kindle. Eines davon handelt von - wie könnte es anders sein - Glück.

Explizit hat dieser frühe Ikea-Spot mit Freitag, dem 13. nichts zu tun. Wenn man allerdings sieht, was dem armen Tropf so alles widerfährt, muss es wohl dieser spezielle Tag gewesen sein.

Auch bei diesem Commercial des südafrikanischen Mobilfunkanbieters Cell C ist ein direkter Bezug zu Freitag, dem 13. insofern zu erkennen, als die attraktive Hauptdarstellerin von einer Panne in die nächste stolpert.

Inspiriert von der Filmreihe, jedoch ohne verwandte Inhalte, produzierte der Kanadier Frank Mancuso Jr. ab 1987 die Serie "Friday 13th: The Series" (zu deutsch: "Erben des Fluchs"). Der auf Thriller spezialisierte kanadische Sender Scream, heute Dusk, nahm die Serie in sein Programm auf und schaltete dafür extra Werbespots.
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11800-Betreiber Telegate hat herausgefunden, dass am Freitag den 13. wohl tatsächlich mehr Unglücksfälle passieren als gewöhnlich: "An keinem anderen Freitag im Jahr gehen bei Telegate so viele Suchanfragen nach den 10 typischen „Helfern in der Not“ ein, wie am Freitag, den 13.", teilt das Unternehmen mit. Ganz oben auf der Liste stünden dabei Klempnereien. Um die den Anrufern dabei entstehenden Kosten wenigstens ein wenig zu begrenzen, schenkt Telegate seinen Facebook-Fans nur heute eine kostenlose Auskunft. ire
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