Franz Beckenbauer geht mit Mobilfunker O2 fremd

Donnerstag, 15. August 2002

Bei den Bayern hängt der Haussegen schief. Nachdem Vorstandsvorsitzender Karl Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß die Deutsche Telekom als Top-Sponsor in diesem Jahr gewonnen haben, ist nun Franz Beckenbauer zum wiederholten mal Testimonial bei der Konkurrenz - dieses Mal bei 02 (vormals Viag Interkom). Der Vorstand ist alles andere als erfreut über diesen Zustand. "Wir sind nicht glücklich darüber, dass Franz diese Vereinbarung mit 02 hat," so Rummenigge gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Beckenbauer ist bereits aus dem operativen Geschäft des Starclubs freigestellt. Auch für Telekom Sponsoringchef Jürgen Kindervater ist der Ausschluss Beckenbauers als Ehrenamtlicher aus der Regelung der Exklusivrechte bitter: "Wir sind nicht glücklich darüber, aber das hatten wir im Kalkül. Trotzdem ist es eine bittere Pille für uns, wenn Beckenbauer für einen Mitbewerber von uns wirbt. Aber verhindern können wir es nicht."

120 Millionen Euro zahlt die Telekom dem Münchner Erstligisten für die nächsten sechs Jahre. Durch zusätzliche Prämienzahlungen kann die Summe noch weiter steigen- bisher ein beispielsloses Sponsoringpaket in Deutschland. Für die Telekom kommt der Mann mit den unzähligen Werbegesichtern nicht in Frage. "Er hat schon sehr lange für E-Plus geworben, da muss man um sein eigenes Profil fürchten," sagt Kindervater, "außerdem wenn ich heute für Opel werbe und morgen für Mercedes, ist das nicht mehr so glaubwürdig."
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