Frankfurter Marketing-Barometer: Zahl der Skeptiker wächst

Freitag, 07. Oktober 2011

Trotz der Unruhe an den Märkten bleibt das Frankfurter Marketing-Barometer im dritten Quartal im positiven Bereich. Allerdings fällt der Wert auf 24 Punkte. Das sind sechs Indexpunkte weniger als bei der vergangenen Erhebung. Das ist eine der zentralen Aussagen des aktuellen Konjunkturanzeigers des Marketing Clubs Frankfurt.  Aktuell beurteilen 43 Prozent der Entscheider in Agenturen und Unternehmen die Geschäftslage als gut. 45 Prozent erwarten, dass dies auch in den kommenden sechs Monaten so sein wird. Die zweite Aussage des Barometers betrifft die Entwicklung der Spendings. Hier nimmt die Skepsis auf beiden Seiten zu. 16 Prozent der Befragten rechnen aktuell mit Kürzungen. Im zweiten Quartal lag der Wert noch 15 Prozentpunkte niedriger. 29 Prozent gehen dagegen von einer weiteren Steigerung aus. Ob das für eine Werberallye wie im vergangenen Jahr reicht, ist derzeit fraglich. Die Mehrheit geht mit 53 Prozent von gleichbleibenden Investitionen aus.

Uneinheitlich ist die Meinung der Marketingentscheider im größten deutschen Marketing Club bei der traditionellen Quartalsfrage. "Ratingagenturen und Konjunkturbarometer: Schaffen Sie mehr Verunsicherung als Klarheit?" Für 55 Prozent der Befragten ist das der Fall, 45 Prozent verneinen dies. Vor allem die Vertreter aus den Agenturen tendieren dazu, den Nutzen von Ratingagenturen und Konjunkturbarometern eher als zweifelhaft zu sehen. Besonders die Ratingagenturen stehen dabei in der Kritik. So sagt etwa Stefan Bauer, Chef des Markforschers TGI Europa: "Da der Prozess nicht bekannt ist, tragen negative Prognosen und Abwertungen nicht zu einem besseren Verständniss bei, sondern eher zur Verunsicherung bezüglich der zu erwartenden Entwicklungen und Auswirkungen auf die eigene Situation."

Noch deutlicher wird Peter Schierenbeck, der den Ratingagenturen fehlende Neutralität und eigene Geschäftsinteressen vorwirft. Seine Lösung: "Ich plädiere dafür, Konkurrenz für alle privaten Ratingagenturen zu schaffen, etwa durch eine eigene Europäische Ratingagentur, die mit Finanzmitteln der EU gegründet wird", sagt der Chef des Handelsunternehmens Conimex International. Dagegen vertritt Eugen Kern, Geschäftsführer Argonauten G2, eine andere Meinung: "Die Vergangenheit  zeigt, dass die Ratio aussetzt, wenn eine der Ratingangenturen für Marktverunsicheurng sorgt." mir
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