Frankfurter Marketing Barometer: Klares Nein zur Frauenquote

Freitag, 24. Juni 2011
JvM-Vorstand Karen Heumann ist in der Branche (noch) eine Einzelkämpferin
JvM-Vorstand Karen Heumann ist in der Branche (noch) eine Einzelkämpferin

Die Großwetterlage im Marketing zeigt sich beständig: Im aktuellen Barometer des Marketing Club Frankfurt stagniert der Skalenwert konstant bei 30, wobei die Auftraggeber mit einem Wert von 26 etwas skeptischer in die Zukunft blicken als die Agenturen mit einem Wert von 34. Die Geschäftslage beurteilen 11 Prozent der Befragten derzeit mit sehr gut und 59 Prozent mit gut. 21 Prozent erwarten, dass sich die Bedingungen weiter verbessern werden. Bei den Marketing-Ausgaben gehen 38 Prozent von steigenden Budgets aus, 58 Prozent glauben, dass sich nichts ändert. Eindeutig ist die Haltung der Marketer bei der Frage des Monats „Sollte es in Führungspositionen des Marketings eine Frauenquote geben?" 16 Prozent der Befragten sagen Ja, 84 Prozent lehnen dies ab. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Befragten Frauen oder Männer sind. Mit 67 Prozent spricht sich eine deutliche Mehrheit der befragten weiblichen Marketiers gegen eine Frauenquote in Führungspositionen im Marketing aus. Bei den Männern sind es gar 90 Prozent.

Zwei Argumente ziehen sich dabei als roter Faden durch die Meinungen: Zum einen, dass sich die Marketingfrauen bereits gut etabliert hätten. Zum anderen, dass sich gute Leute immer durchsetzen, unabhängig vom Geschlecht oder anderen Merkmalen. So argumentiert etwa Christoph Fay:, „Frauen und Männer sollten nach Qualifikation und nicht nach Quoten in Führungspositionen hineinentwickelt werden". Sinnvoller findet der  Leiter Hochschulmarketing und die Nachwuchsführungskräfteprogramme bei der Lufthansa dagegen Frauen in besonders zu fördern und unterstützen, beispielsweise durch die Bereitstellung von Betriebskindergartenplätzen.

Eine Ansicht, die Dagmar Nedbal, Marketingleiterin bei Master Card, teilt: „Es sollten eher bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Frauen ermöglichen, bei Doppelbelastung eine entsprechende Führungsposition innezuhaben."  Mit solchen Statements sind die Gegner einer Quote gar nicht so weit weg von den Befürwortern. Deren Hauptanliegen ist weniger die Chanchengleichheit. Sie erhoffen vielmehr, dass im Falle einer Quote der Druck auf die Firmen erhöht wird, die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. mir
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