Frage nach Erfolgsfaktoren bei Fusionen spaltet Manager

Dienstag, 27. Februar 2001

Die Fusionswelle rollt ungebremst weiter, aber Deutschlands Führungskräfte sind sich uneins über den richtigen Umgang mit Mergers und Akquisitionen. Eine gemeinsame Studie der Unternehmensberatung Accenture - ehemals Andersen Consulting - und der Universität Münster unter 53 Managern verschiedener Branchen offenbarte sehr geteilte Meinungen über die Erfolgsfaktoren bei Post-Merger-Integrationen.

So weichen die Ansichten der befragten Bosse über das richtige Integrationstempo deutlich voneinander ab. 60 Prozent der Führungskräfte halten ein rasches Vorgehen für erfolgversprechend, 33 Prozent glauben an das Gegenteil. Dabei bevorzugen die Mitglieder der höchsten Führungsebenen eine schnelle Integration, die Vertreter der zweiten und dritten Ebene hätten es gern langsamer.

Auch die Frage nach der Bedeutung der so genannten "soft facts" spaltet die Manager: 46 Prozent glauben, dass weiche Faktoren wie die Harmonisierung der Unternehmenskulturen für eine Integration entscheidend sind. 19 Prozent geben harten Maßnahmen, etwa der Verzahnung der EDV-Systeme, den Vorrang. Accenture-Geschäftsführer Ingo Kett widerspricht der Mehrheit in dieser Frage: "Mitarbeiterwiderstände lassen sich schneller abbauen, wenn die operativen EDV-Systeme auf den Integrationsprozess rasch abgestimmt werden."

Weitgehend einig waren sich die Befragten nur in einer Frage: 89 Prozent der Führungskräfte stimmen grundsätzlich der These zu, nach der Mitarbeiterwiderstände das größte Hindernis für eine geglückte Integration von Unternehmen darstellen.
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