Formel 1 beschert Hockenheimring Millionenverlust

Freitag, 18. Juli 2008

Am Wochenende macht die Formel 1 erstmals seit zwei Jahren wieder in Hockenheim Halt - ein Verlierer steht jetzt schon fest: Dem Veranstalter bringt das Rennen einen Verlust von drei Millionen Euro ein. Dieter Gummer, Vorsitzender der Hockenheimring GmbH - und gleichzeitig Hockenheims Oberbürgermeister - stellt im "Handelsblatt" die Zukunft des deutschen Grand Prix ganz in Frage: "Wir müssen uns den nüchternen Zahlen stellen". Mit ein Grund für das schlechte Ergebnis ist die abgeebbte Begeisterung hierzulande nach dem Ausstieg von Formel-1-Pilot Michael Schumacher. Ein Andrang von mehr als 100.000 Zuschauern ist Geschichte. Bislang konnte der Veranstalter 85 Prozent der 80.000 Tickets verkaufen, aber selbst ein ausverkauftes Haus am Wochenende würde es nicht mehr rausreißen.

Das Problem für die Streckenbetreiber liegt im System: Die Einnahmen aus dem Ticketverkauft sind die einzige Einnahmequelle, um die vorab fällige Miete an Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zu refinanzieren. Der Chef der höchsten Rennklasse kassiert schätzungsweise zwischen 15 und 20 Millionen Dollar allein dafür, dass er mit seinem Renntross in Hockenheim Halt macht. Sämtliche Werbeeinnahmen gehen ebenfalls an den Briten.

Wegen der exorbitanten Kosten hatten sich die Betreiber des Hockenheim- und Nürburgrings auf ein wechselseitiges Austragen des deutschen Grand Prix verständigt. An der Eifelrennstrecke im vergangenen Jahr lag das Zuschauerinteresse sogar noch unter den Hockenheimzahlen. mh

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