Formel-1-Teams suchen Sponsoren-Ersatz für Tabak

Mittwoch, 02. Februar 2000

Im Jahr 2006 soll die letzte Bastion der Tabakwerbung fallen – das Sponsoring in der Formel 1. Doch schon jetzt wird immer deutlicher, dass die Teams frühzeitig Ersatz suchen. So wird etwa beim Jordan-Team hinter vorgehaltener Hand vermutet, dass der bisherige Co-Sponsor Deutsche Post bei ihrem Deal, der wohl rund 20 Millionen Dollar schwer sein dürfte, auch eine Option auf das Haupt-Sponsoring bei Jordan erworben hat. Jordan-Marketingdirektor Marc Gallagherr: "Mit einem Sponsor wie der Deutschen Post hätten wir im Falle eines Tabakwerbeverbots einen mehr als adäquaten Ersatz." Erst kürzlich hat Jordan mit der Datensicherungsfirma Imation ihre rein technische Unterstützung zu einer Sponsorship ausgeweitet. Das Gerangel um die gelben Flitzer von Heinz-Harald Frentzen und Jarno Trulli ist dabei kein Einzelfall. Als erste Internetfirma steigt Yahoo beim Prost-Rennstall ein, zunächst als Co-Sponsor. Bisheriger Hauptsponsor ist Gauloises. Das Engagement soll neue Zielgruppen – auch außerhalb der USA – für Yahoo erschließen. "Die Formel 1 bietet zudem zahlreiche Möglichkeiten, sportliche Inhalte zu integrieren", begründet Shelaine Green, Marketingdirektorin Yahoo Europe, das Engagement. So wurde etwa die Prost-Pressekonferenz live auf der Yahoo-Site übertragen. Auch das Logistikunternehmen DHL will sich mit dem Konkurrenten Federal Express – seit vergangener Saison Ferrari-Sponsor – künftig auf der werblichen Rennstrecke messen. Der Marktführer im internationalen Expressgeschäft steigt als Hauptsponsor des Jaguar-Teams ein. Bescheidener fällt die Rückkehr des Textilunternehmens S. Oliver – ebenfalls bei Jaguar – in die Formel 1 aus. Lediglich am Rückspiegel wird das Logo am 12. März beim Start des ersten Formel-1-Rennens in Melbourne den Jaguar zieren.
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