Ford übernimmt Personenwagen-Produktion von Volvo

Donnerstag, 28. Januar 1999

Der amerikanische Autokonzern Ford macht das Rennen um die Pkw-Sparte von Volvo im schwedischen Göteborg. 6,45 Milliarden Dollar (rund 11 Milliarden Mark) läßt sich die Nummer zwei im Automobilmarkt, der von General Motors angeführt wird, ihre Neuerwerbung kosten. Damit stach der Konzern aus Detroit General Motors, Volkswagen sowie Fiat aus. Die Italiener sollen der härteste Konkurrent für Ford gewesen sein, allerdings waren sie nur an einer Übernahme des Gesamtunternehmens einschließlichLkw- und Bus-Produktion interessiert. Ford hat mit der Übernahme neben den drei europäischen Fertigungsstätten, zwei Motorenwerken und dem Pkw-Entwicklungszentrum in Göteburg, die Nutzung der MarkeVolvo für Pkws, Minivans, Geländewagen und leichte Nutzfahrzeuge erworben. Ford stockt damit seinebislang sechs globalen Marken (Aston Martin, Ford, Jaguar, Lincoln, Mazda und Mercury) auf sieben auf. Der schwedische Konzern hingegen darf die Marke Volvo in Zukunft nur noch für Nutzfahrzeuge und nicht automobilbezogene Produkte einsetzen. Branchenkenner vermuten, daß Volvo seine Energien primär für die Produktion von Lkw einsetzen wird, da das Unternehmen Anfang des Jahres 12,85 Prozent an dem Lkw-Hersteller Scania, ebenfalls mit Sitz in Schweden, übernommen hat.
Auswirkungen wird die Volvo-Übernahme durch Ford mittelfristig auch auf die betreuenden Agenturen haben. Denn es ist davon auszugehen, daß Ford eine ihrer Stammagenturen - Ogilvy & Mather, J. Walter Thompson und Young & Rubicam - mit dem Volvo-Business beauftragen wird. Dies würde das überschnelle Aus für FCB Wilkens bedeuten, die den Volvo-Etat erst zum Jahresbeginn gewonnen hatte.
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