Ford macht vorlaute Handpuppe zum Markenbotschafter

Dienstag, 05. April 2011
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Ford ist um ein Maskottchen reicher. Doug, eine schlagfertige, vorlaute, aber gleichzeitig überaus sympathische Handpuppe ist in den USA Botschafter des neuen Ford Focus. In verschiedenen Social-Media-Kanälen aktiv, soll er im Team mit seinem menschlichen Partner John eine junge Zielgruppe für das neue Modell begeistern. Doug ist orange, sagt, was er denkt und ist hauptberuflich Lebensretter. Mit ihm geht Ford bei der Vermarktung des Focus neue Wege. Kern des bislang nur für die USA geplanten Auftritts ist der zur Kampagne gehörende Youtube-Kanal. Dort erklären Doug und John mit viel Humor die neuen Features des Focus. Bisher sind sechs Videos online, weitere Episoden sollen folgen.

In den unterhaltsamen Filmen fällt Doug dabei vor allem durch seine selbstbewusst-unangenehmen Versuche auf, beim weiblichen Geschlecht zu punkten. Damit diese nicht zu platt ausfallen und die Zuschauer die Serie weiter verfolgen, hat Ford ein illustres Team zusammengestellt: Paul Feig, Rob Cohen, Paul F. Tompkins und John Ross Bowie sind allesamt bekannte Comedy-Größen und haben für Sendungen wie The Simpsons, The Office, Saturday Night Live und diverse Late-Night-Formate gearbeitet.

Zusätzlich zum Youtube-Kanal besitzt Doug auch einen Twitter-Account und eine Facebook-Seite, auf denen er von seinen Abenteuern berichtet und mit seinen Fans in Kontakt bleibt. 

Für Ford ist der orangene Tunichtgut aber nur eine Instrument zur Ansprache seiner Zielgruppe. Die ist beim Focus breiter gefächert als je zuvor, denn erstmals in seiner Geschichte baut Ford ein Auto, dass weltweit zu weiten Teilen baugleich ist. Die Idee dahinter ist simpel: die Ansprüche der Kunden hätten sich weltweit angenähert und ermöglichten so den Bau eines Autos für verschiedene Konsumentengruppen.

Dem trägt die Marketing-Abteilung mit einer umfassenden Kampagne Rechnung. Ford ließ 14 globale Basis-Spots drehen, die sich zu über fünfzig Versionen kombinieren, allein in Deutschland finden elf Spots den Weg in die Werbung. Der Aufwand hinter Doug ist dagegen verhältnismäßig gering.

Die von der Agentur Blue Hive verantwortete Kampagne ist zudem nicht der erste Versuch von Ford Social Media-Kanäle zu bedienen. Zur Einführung des Fiesta auf dem amerikanischen Markt im Jahr 2009 sammelte der Autobauer erste Erfahrungen. Andere Marken gingen zuvor jedoch schon weiter. Zur Jahrtausendwende flimmerte der gelbe Flat Eric für Levi’s über die Bildschirme, im Jahr 2006 betrat die fiktive Band C’mons für den Opel Corsa die Bühne und seit geraumer Zeit bekämpft O2 in seinen Werbespots hartnäckige Tarifmonster. Aber auch Ford hat bereits einmal auf eine Puppe als Testimonial gesetzt: Im Jahr 2006 stand Kermit, der Frosch in einem amerikanischen Spot für den Ford Escape Hybrid vor der Kamera. Ob Doug den Bekanntheitsgrad seines berühmten Vorgängers erreicht, wird sich noch zeigen. hor
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