Flirten statt anführen: Emirates-Vertriebschef Thierry Antinori wirbt um AUA-Mitarbeiter

Dienstag, 07. Februar 2012
Thierry Antinori
Thierry Antinori

Im März vergangenen Jahres hätte er noch ihr Chef werden können, jetzt wirbt Ex-Lufthansa-Marketingchef Thierry Antinori offensiv um Mitarbeiter von Austrian Airlines (AUA). Kurzfirstig hatte Antinori damals den Chefposten bei der Lufthansa-Tochter nicht angetreten. In einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung "Kurier" legt er erstmals die Gründe für seine Entscheidung offen. "Ich hatte ein anderen Konzept für Vertrieb und Qualität. Wenn Sie ihre Philosophie nicht durchsetzen können, dürfen Sie den Job nicht antreten", sagt Thierry, der seit Oktober Vertriebschef beim Lufthansa-Erzrivalen Emirates ist.

Jahrelang hatte der Vertriebs- und Marketingspezialist Strategien gegen die aufstrebende Airline aus Dubai entwickelt. Jetzt wird er bereits als möglicher Nachfolger von Emirates-Chef Tim Clark gehandelt. Antinori sieht Emirates als die Airline des 21. Jahrhunderts. Eine Partnerschaft mit der Lufthansa Star Alliance schließt er aus. "Wir haben kein Interesse an einer Allianz, das würde nur unser Produkt verwässern. Unser Konzept ist die globale Alternative", sagt er dem Kurier.

Energisch widerspricht er dem Vorwurf, er habe wertvolles Insider-Wissen zum Konkurrenten mitgenommen. "Schwachsinnig. Emirates hat mich wegen meiner internationalen Erfahrung eingestellt und nicht, weil ich bei der Lufthansa war", erklärt er im Interview. Dennoch hält ihn das nicht ab, offensiv um die Mitarbeiter seines Fast-Arbeitgebers zu werben. Auf die Frage "Machen Sie den AUA-Piloten und Flugbegleitern ein Job-Angebot?" antwortet Antinori: "Ja, die AUA sowie die Tyrolean haben erstklassige Piloten und sympathische Flugbegleiter. Wer lieber bei der weltweit größten Langstrecken-Airline einen neuen Airbus A-380 fliegt als eine alte Fokker 100, ist herzlich eingeladen." mir
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