Fleisch für Tierfreunde: Tierschutzbund vergibt neues Label

Mittwoch, 24. Oktober 2012
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Ab 2013 kann sich der tierliebe Fleischesser im Supermarkt für Fleisch von Masthühnern und -schweinen entscheiden, das mit einem zweistufigen Tierschutzlabel des deutschen Tierschutzbundes ausgezeichnet ist. Sie erhalten das Label, wenn sie bestimmte Haltungskriterien erfüllen, die über den gesetzlichen Standard des Tierschutzes hinausgehen. Bewerben will der Tierschutzbund sein Label auf seiner Webseite, über die Social Media Plattformen Twitter und Facebook sowie im Vereinsmagazin „Du und das Tier". Im Gegensatz dazu warb der Verein im vergangenen Jahr mit einer ziemlich blutigen Kampagne gegen betäubungslose Ferkelkastrationen. Dass die Werbung für das Tierschutz-Label deutlich dezenter ist, begründet der Tierschutzbund damit, nicht für Fleischverzehr werben zu wollen. „Es soll für das Label keine große und bunte Kampagne geben, weil wir Fleischessen nicht mit einem guten Gefühl verbinden wollen", sagt eine Sprecherin des Vereins.

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Ziel des Tierschutzbundes sei immer noch die fleischlose Ernährung der Gesellschaft. Mit dem Label möchte man Verbrauchern aber zumindest die Chance geben, sich für Fleisch aus artgerechterer Tierhaltung zu entscheiden. Das "Tierschutz-Fleisch" unterscheidet sich allerdings von Bioprodukten, weil es lediglich um die Haltung der Tiere und nicht um ökologische Fütterung und Züchtung geht. In der Zertifizierung für das Label befinden sich zurzeit knapp 30 Masthöfe. Bisher sind das Höfe der Marke Wiesenhof und der Vionfood Gruppe. Neuland erfüllt die Anforderungen der Premiumstufe des Labels bereits jetzt. Die gelabelten Produkte sind zunächst in 170 Filialen der Supermarktkette Kaisers Tengelmann erhältlich. Die Konsumgenossenschaft Coop Kiel möchte in 20 Filialen seiner Sky-Supermärkte sogar nur noch zertifiziertes Fleisch anbieten.

Das Label gibt sowohl den Verkaufsstellen als auch den Herstellern Potenzial für ihr Marketing. Allerdings sind ihnen dabei vom Tierschutzbund enge Grenzen gesteckt, da er die Werbung mit dem Label kontrollieren wird. „Es dürfen weder Hühner auf der grünen Wiese gezeigt werden, noch darf der Anschein erweckt werden, die gesamte Produktpalette eines Herstellers trage das Tierschutz-Label", sagt die Sprecherin. Bei Vertragsbruch drohen den Unternehmen Strafzahlungen. hor

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