"Flecki" vs. "Paula": Oetker verliert auch im dritten Anlauf

Dienstag, 20. November 2012
Dr. Oetkers "Paula" muss "Flecki" auf die Wiese lassen
Dr. Oetkers "Paula" muss "Flecki" auf die Wiese lassen

In zwei Instanzen war der Bielefelder Lebensmittelkonzern Dr. Oetker schon gescheitert. Nun hat es ihn auch in der dritten Runde des Streits um die Puddings "Paula" und "Flecki" erwischt. Das Landgericht Düsseldorf hat heute in einem Eilverfahren beschlossen, dass weder der von Aldi-Süd vertriebene Fleckenpudding "Flecki" noch seine Herstellung Patentrechte verletzen. Ging es bisher um markenrechtliche Auseinandersetzungen, musste das Gericht diesmal die technische Seite, konkret: die Herstellung der Flecken, beleuchten. Warum keine Patentrechtsverletzung durch den Aldi-Lieferanten Gropper vorliegt, erklärten die Richter in Düsseldorf so: "Während "Paula" viele kleine, gezielt angeordnete Flecken zeige, gingen bei "Flecki" diese nahezu in einem einzigen dicken Fleck auf. Grund hierfür seien die Unterschiede in den technischen Abläufen bei der Herstellung der beiden Nachspeisen: Um die charakteristischen Flecken in der Puddingcreme zu erzeugen, würden die Auslaufdüsen beim Befüllen der Becher nach dem Patent mindestens zwei Mal unterbrochen und dabei um verschiedene Gradzahlen gedreht. Dagegen sei zur Herstellung von "Flecki" allenfalls eine Dosierpause und innerhalb dieser Pause nur eine Drehung vorgesehen."

Kurz: Dr. Oetker produziert zwar die schöneren Flecken, hat aber in diesem Fall nichts davon. Laut dpa bedauert Dr. Oetker die Entscheidung des Gerichts und hebt zugleich warnend den Finger gegenüber Konkurrenten, die versuchen sollten, Produkte des "Paula"-Herstellers nachzuahmen. "Wir werden auch weiterhin immer Produkte prüfen, wenn wir den Verdacht haben, dass unsere Rechte verletzt sein könnten", sagte Marketingchef Rainer Lührs gegenüber der Agentur. fo
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