Finanzkrise erreicht die Industrie

Freitag, 10. Oktober 2008

Die Finanzkrise lässt die Industrieunternehmen nicht mehr kalt. Intern kursieren in mehreren Firmen E-Mails, die Mitarbeiter zum Sparen auffordern. Beim Softwareriesen SAP sollen danach offene Stellen nicht besetzt oder Reisen reduziert werden. Zudem verzichtet der SAP-Vorstand auf zehn Tage Urlaub. Inwieweit das Sparpakt auch die Marketingbudgets betrifft, ist derzeit offen, wie es aus dem Unternehmen heißt. "Hier sind keine Entscheidungen gefallen, auch was die Planungen für 2009 angeht." Ähnliche Auskünfte gibt es beim Konsumgüterhersteller Henkel. "Die interne Mail sollte die Mitarbeiter für mehr Kostenbewusstsein sensibiliseren", sagt ein Sprecher. Inwieweit dies die Marketingbudgets betrifft ließ er offen. "Das liegt in der Entscheidung der einzelnen Unit-Verantwortlichen." Eine generelle Aufforderung, die Marketingkosten zu drücken, gäbe es nicht.

Derweil warnt der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) vor einem "ausufernden Alarmismus", der sich auf die Dynamik der Werbeinvestitionen auswirken könnte. Wenn das Weihnachtsgeschäft nicht die erwarteten Impulse für die Werbeeinnahmen der Medien bringt, rechnet der ZAW bei den Werbeeinnahmen mit einem Rückgang von ein bis zwei Prozent auf 30 Milliarden Euro. Das entspräche einem Verlust von 600 Millionen Euro. Der ZAW warnt die Werbungtreibenden eindringlich davor, jetzt die Werbeaktivitäten einzuschränken. Die Erfahrungen der Wirtschaftskrise 2002/2003 hätten gezeigt, dass vor allem die Unternehmen gewonnen hätten, die kontinuierliche ihre Marke mit Werbung gepflegt hätten. mir

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