Fiat Group: Marken Lancia und Fiat werden neu justiert

Freitag, 02. November 2012
Fiat-Group-Chef Sergio Marchionne beschneidet die europäischen Wurzeln von Lancia weiter
Fiat-Group-Chef Sergio Marchionne beschneidet die europäischen Wurzeln von Lancia weiter

Der Absatzeinbruch auf den europäischen Automobilmärkten zwingt die Fiat Group zu einer schärferen Diät und Neujustierung der Zukunftspläne für die Konzernmarken. Während Fiat-Group-Chef Sergio Marchionne bei der Vorstellung der Quartalszahlen für den europäischen Markt den weiteren Ausbau der Marken Alfa Romeo, Jeep und Maserati ankündigte, wird der Spielraum der Marken Fiat und vor allem Lancia weiter beschnitten. So sollen Alfa Romeo und Maserati dank ihrer Premiumtradition die Kohlen in den mittleren und oberen Fahrzeugsegmenten aus dem Feuer holen. Fiat hingegen soll sich noch stärker auf das Kleinwagensegment und Modelle rund um die Submarke Fiat 500 konzentrieren, da es – so Marchionne – noch nicht einmal gelungen sei, die Marke in der Golfklasse wettbewerbsfähig zu machen.

Noch bescheidener fallen die Zukunftspläne für die Marke Lancia aus, der erst im vergangenen Jahr durch die Zusammenlegung mit dem Jeep-Händlernetz und der Umfirmierung von Chryslermodellen neues Leben eingehaucht werden sollte. Abgesehen von dem 2011 neu aufgelegten und in Polen produzierten Kleinwagen Ypsilon wird es keine weiteren eigenständigen europäischen Lancia-Modelle mehr geben. So wird der seit 2008 in Italien gebaute Golf-Konkurrent Lancia Delta III nach dem Ende seines Lebenszyklus keinen eigenständigen Nachfolger mehr bekommen, sondern ebenfalls eine Chrysler-Adaption übernehmen, wie dies bereits bei den Modellen Thema, Flavia und Voyager der Fall ist.

Pressemeldungen über das bevorstehende Ende der Marke Lancia werden aber von Stefan Moldaner, Brand Country-Manager Lancia und Jeep in Deutschland, heftig dementiert. Sie beruhten auf einer Fehlinterpretation anfänglicher und später korrigierter Agenturmeldungen in Italien. „Das Geschäft für Lancia ist zwar derzeit schwierig, aber dies ist es auch für andere Marken“, betont Claus Witzeck, Pressechef der Fiat Group Automobiles Germany. Und wenn in einigen Jahren das Nachfolgemodell des Delta nicht mehr in Italien gebaut werde, habe das nichts mit den Perspektiven der Marke zu tun, sondern sei eine Fortführung der 2011 eingeleiteten Neustrukturierung im Händlerverbund mit Jeep. Dies sei eine entscheidende Weichenstellung für die Zukunftssicherung der Marke gewesen. joz
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