Fast in Echtzeit: AT&T geht in London auf Goldmedaillen-Jagd

Montag, 06. August 2012
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Es gibt eine Binsenwahrheit im Sport: Die Olympischen Spiele spornen Sportler zu Höchstleistungen an. Dass das stimmt, zeigen die aktuellen Leistungen der Athleten in London. Doch auch die Werbungtreibenden und ihre Agenturen übertreffen sich manchmal selbst. Visa reagierte mit dem Lob-und-Preis-Spot auf die Erfolge von US-Star Michael Phelps schon sehr schnell. AT&T hingegen übertrifft das Ganze noch ein wenig. Der aktuelle Spot des Telekommunikationsriesens agiert nahezu in Realtime.
Dabei wirkt die Geschichte des Clips nicht mal besonders attraktiv. Ein junger Schwimmfan verfolgt das 400-Meter-Lagen-Rennen der Männer, das Samstag vor einer Woche in London stattfand, via Livestream auf seinem Smartphone. In seinem Zimmer geht er an eine Tafel, wischt die bisherige Zeit weg und schreibt die neue Bestzeit darauf. Es ist exakt die Siegerzeit aus dem Rennen. Das Besondere daran: Zwischen dem Rennen und der Spotausstrahlung liegt genau ein Tag. Der Film zeigt die Originalbilder des 400-Meter-Lagen-Erfolgs von Ryan Lochte in London. Neu ist der strategische Ansatz allerdings nicht. Bereits bei den Spielen von 2004 und 2006 hat Anheuser-Busch aktuelle Szenen aus Wettkämpfen des Vortags in Werbeauftritte eingebaut

Laut "Fast Company" hat die für AT&T verantwortliche Agentur, BBDO New York, im Vorfeld der Spiele mehrere Hunderte von Varianten der Szenen mit dem jungen Mann gedreht. Dabei kam es vor allem darauf an, dass die Schreibbewegung des Schauspielers flüssig und natürlich wirken. In den Augenblick aber, als Lochte am Beckenrand angeschlagen hatte, begann für BBDO der Kampf gegen die Zeit. Ein Team in London übernahm gemeinsam mit der Post-Production Absolute die Finalisierung des Spots. Szenen aus der Originalübertragung von NBC und die Szene mit der Siegerzeit mussten eingebaut werden. Danach musste das amerikanische Olympische Komitee USOC das fertige Commercial noch freigeben. Erst dann ging das Werk zu NBC und damit in die Werbeblöcke. 24 Stunden nach dem Erfolg von Lochte über Landsmann Michael Phelps ging der Spot auf Sendung. Das ist rekordverdächtig.

Die Beteiligten sind von ihrem Konzept so überzeugt, dass weitere Spots nach ähnlichem Muster vorbereitet sind – obwohl keiner der Partner den Erfolg der US-Sportler mit Sicherheit vorhersagen kann. Die Olympischen Spiele spornen AT&T und BBDO einfach an. mir
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