Exklusiv: Telekom launcht De-Mail mit großer Kampagne

Donnerstag, 23. August 2012
Die Motive hat Philipp und Keuntje entwickelt
Die Motive hat Philipp und Keuntje entwickelt

Die Deutsche Telekom steht kurz vor der Einführung ihres De-Mail-Dienstes. Für die nötige Aufmerkamkeit soll eine Werbeoffensive sorgen, die Anfang September zur Internationalen Funkausstellung in Berlin startet und den Service anhand von neun Nutzungsszenarien vorstellt. HORIZONT.NET zeigt die Kampagne vorab und erläutert die Hintergründe. Im Mittelpunkt der ausnahmsweise nicht von DDB Tribal, sondern vom T-Systems-Betreuer Philipp und Keuntje, Hamburg, entwickelten Kampagne steht das Medium Internet: Etwa zwei Drittel des Kampagnenbudgets stehen für zunächst vier Online-Spots (siehe oben), Homepage-Events und diverse Sonderwerbeformen auf reichweitenstarken Portalen zur Verfügung. Darüber hinaus werden Verbraucher auf einer eigens gestalteten Kampagnen-Site über die Vorzüge des neuen Online-Kommunikationssystems informiert, mit dem Verbraucher künftig Nachrichten nach den gesetzlichen Bestimmungen des De-Mail-Gesetzes verbindlich und sicher zustellen können. Nicht zuletzt spricht die Telekom Privat- und Geschäftskunden mit Printanzeigen und Plakaten an.

Die Telekom nutzt Anwender als Testimonials
Die Telekom nutzt Anwender als Testimonials
Auf den Motiven, die Mediacom, Düsseldorf, in zielgruppenaffinen Printtiteln schaltet, treten Nutzer als Testimonials auf und liefern jeweils ihre individuellen Gründe für die Nutzung von De-Mail. "Ich bin De-Mailer. Damit ich meine Hausarbeit noch kurz vor knapp verschicken kann. Aber sicher!", erklärt etwa ein junger Mann auf einem der Motive. Auf einem anderen ist eine junge Dame mit Gipsbein zu sehen, die De-Mail schon deshalb praktisch findet, weil sie "mit wichtiger Post nicht immer zum Briefkasten humpeln will".

Auf den Motiven geht die Telekom auch auf die Preise des Angebots ein. So können Nutzer des Tarifs De-Mail Basic in einer Angebotsphase monatlich 50 De-Mails kostenlos verschicken. Nach Ablauf der Angebotsphase sinkt die Zahl der freien De-Mails auf drei, jede weitere schlägt mit 39 Cent zu Buche.

Hintergründe zur De-Mail

Die rechtssichere De-Mail ist für Telekommunikationskonzerne ein interessanter Markt. Von den 247 Milliarden E-Mails, die täglich um die Welt gehen, werden laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik mindestens 95 Prozent unverschlüsselt verschickt. Vor allem in Deutschland besteht Handlungsbedarf: Der Anteil der Mails mit Schadstoffsoftware lag hierzulande 2010 bei mehr als 41 Prozent.

Die Telekom hat entsprechend große Ziele: Der Konzern glaubt, dass De-Mail langfristig 29 Prozent der jährlich 17,5 Milliarden Briefe und 39 Prozent der jährlich 5,4 Milliarden Faxe ersetzen kann. Von diesem Kuchen will sich die Telekom, die nach eigenen Angaben mehr als 14 Millionen private E-Mail-Nutzer hat, ein großes Stück abschneiden.

Dabei muss sich die Telekom unter anderem gegen United Internet durchsetzen. Der Mutterkonzern von Marken wie 1&1 und Web.de will ebenfalls noch in diesem Jahr mit De-Mail starten. Wie Konzernchef Ralph Dommermuth kürzlich gegenüber HORIZONT.NET erklärte, will das Unternehmen aber anders als die Telekom auf eine Kampagne verzichten. Ein weiterer Wettbewerber ist die Deutsche Post mit ihrem E-Post-Brief. mas
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