Exklusiv: Schlecker macht TV zum Leitmedium / Markenclaim "For You. Vor Ort" soll Kundennähe betonen

Donnerstag, 28. April 2011
Schlecker schaltet erstmals emotionale Markenspots im TV
Schlecker schaltet erstmals emotionale Markenspots im TV

Schlecker wagt einen kommunikativen Befreiungsschlag. Die größte deutsche Drogeriekette wird einen radikalen Strategiewechsel im Marketing und in der Werbung vollziehen und ihr Budget im Zuge dessen deutlich erhöhen. Das kündigt Marketingleiter Volker Schurr exklusiv gegenüber HORIZONT an. "Schlecker startet erstmals eine Kampagne, die nicht rein auf den Abverkauf, sondern auch auf die Unternehmensmarke und deren Wahrnehmung einzahlt", erklärt Schurr im Interview mit HORIZONT.NET. Die traditionellen Schweinebauchanzeigen gehören damit bald der Vergangenheit an.
Volker Schurr (li.) mit Regisseur Niels Grabol (539090) beim Dreh der ersten TV-Spots
Volker Schurr (li.) mit Regisseur Niels Grabol (539090) beim Dreh der ersten TV-Spots
Die Messlatte liegt hoch: Schurr will in den Köpfen der Verbraucher ein völlig neues Bild von Schlecker erzeugen. "Wir werden humorvoll vermitteln, dass Schlecker ein sympathischer Nahversorger ist - eine Art guter Nachbar, der seine Sortimentsbreite durch kleine Geschichten und mit einem Augenzwinkern vorstellt", kündigt Schurr in einem Exklusivinterview mit HORIZONT.NET an. Dazu passt auch der erste Claim in der Schlecker-Geschichte: "For You. Vor Ort" wird Mitte Mai zusammen mit der neuen Wort-Bild-Marke und der Kampagne eingeführt und soll das wichtigste Alleinstellungsmerkmal - die aufgrund der rund 8000 Filialen große Verbrauchernähe - unterstreichen.

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Wie der Mediamix von Schlecker in Zukunft aussieht,

wie viel Geld Schlecker bislang in welche Kanäle investierte,

auf welche Kreativ-Strategie Grey-CEO Christian Hupertz setzt und

welche Auswirkungen die Neupositionierung der Marke auf die Schlecker-Läden hat,


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Der angestrebte Imagewandel geht einher mit umfassenden Veränderungen im Marketingmix. "Für die neue Kampagne ist TV Leitmedium, stark unterstützt durch Online", verrät Schurr. Damit vollzieht Schlecker eine Kehrtwende um 180 Grad. In der Vergangenheit hatte das Familienunternehmen seinen gesamten Mediaetat in Print gesteckt. Diese Gelder sollen jetzt offenbar fast komplett ins TV fließen. Anzeigen und Advertorials will Schurr nur noch "flankierend und eher themenbezogen" schalten, etwa bei Neueröffnungen. An Prospekten und Katalogen will Schlecker dagegen festhalten. Nach den drastischen Kürzungen von Aldi und Lidl droht den Verlagen damit der Verlust weiterer Werbemillionen.

Angesichts der kreativen Vergangenheit von Schlecker darf man gespannt sein, wie sich die Marke in den TV-Werbeblöcken schlägt. Noch halten sich die Beteiligten bedeckt. Fest steht, dass die Düsseldorfer Agentur Grey, die sich im November 2010 den Kreativ- und Designetat und jetzt auch den Digital-Etat von Schlecker gesichert hat, derzeit die ersten sechs TV-Spots für den Neukunden entwickelt. Mit den Commercials, die von Five Three Double Ninety in Hamburg produziert und von K 102, Düsseldorf, sukzessive auf reichweitenstarken Sendern geschaltet werden, will Schlecker emotionale Geschichten rund um das Kernthema Kundennähe erzählen. Produkte werden dem Vernehmen nach nur eine Nebenrolle spielen. mas

Zum Interview mit Volker Schurr
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