Exklusiv-Interview: Jogi Löw und Hansi Flick über Trainer als Testimonials

Donnerstag, 14. August 2008
Bundestrainer Joachim Löw und sein Assistent Hans-Dieter Flick
Bundestrainer Joachim Löw und sein Assistent Hans-Dieter Flick

Am Freitag, 15. August, gibt's den Anpfiff für die neue Bundesliga-Saison und auch die WM-Qualifikation steht vor der Tür. Die Präsenz der Club- und Nationaltrainer steigt - nicht nur am Spielfeldrand. Als Markenbotschafter stehen sie bei den Unternehmen hoch im Kurs.  Jürgen Klopp wirbt bereits für Nike, das Nürnberger Optikhaus Eschenbach und ganz aktuell für Mitsubishi. Ottmar Hitzfeld, heute Schweizer Nationalcoach, soll Swiss Life und Castrol zum Erfolg verhelfen. Das Bundestrainer-Duo Joachim Löw und Hansi Flick ist bei der Deutschen Vermögensberatung unter Vertrag. In HORIZONT sprechen die beiden exklusiv über die Glaubwürdigkeit von werbenden Trainern und ihre Vorbildfunktion.



Was haben ein Fußballtrainer und ein Vermögensberater gemeinsam?

Löw: Viel. Es beginnt bei der Glaubwürdigkeit und der Seriosität. Dann kommt Teamführung dazu, Innovation und Konzentration.
Flick: So wie ein Trainer unter den besten Spielern auswählt, muss ein Berater objektiv unter den besten Angeboten für seine Kunden aussuchen.

Aus welchen Gründen sollte ein Trainer Testimonial sein?

Flick:Warum sollte er es nicht sein?

Weil er dann nur noch wenig Zeit für seine Mannschaft hat.

Flick: Wichtig ist, die Priorität immer auf die sportliche Arbeit zu legen. Wir sind in einem Umfeld tätig, in dem Werbung eine wichtige Rolle spielt. Es gehört dazu, für Sponsoren des DFB und auch für eigene Sponsoren tätig zu sein.
Löw: Wenn ein Trainer selbst Testimonial ist oder war, weiß er, was das für seine Spieler bedeutet. Es ist gut, wenn ein Trainer im Bilde ist, wie das gesamte Geschäft läuft und wie die Zusammenhänge sind.

Kampagnenmotiv der Deutschen Vermögensberatung
Kampagnenmotiv der Deutschen Vermögensberatung
Wie viele Werbeverträge sind für einen Trainer gut?

Löw: Für mich sind so viele gut, dass ich mich wohl fühle, nicht gestresst bin und meine Glaubwürdigkeit nicht darunter leidet. Ein Trainer muss zu seiner Mannschaft sagen können: Konzentriert euch auf den Fußball! Es geht nicht, dass die Spieler beim Verlassen des Hotels lauter Großflächenplakate sehen, auf denen ihr Trainer Werbung für acht Firmen macht.
Flick: Das sehe ich genauso. Es gibt Sponsorenverpflichtungen für den Verband und persönliche Werbeverträge. Natürlich können es nicht viele sein. Denn das Wichtigste ist, dass diese Kooperationen niemals Einfluss auf die sportliche Arbeit des Trainers haben dürfen.

Herr Flick, bislang haben Sie Ihre Werbeverträge immer zusammen mit Joachim Löw unterschrieben. Glauben Sie, es bestünde auch Nachfrage nach Hansi Flick als alleinige Werbefigur?

Flick: Natürlich gibt es auch immer wieder Anfragen nach alleinigen Werbepartnerschaften. Auch der Assistent des Bundestrainers steht in der Öffentlichkeit und spricht bestimmte Zielgruppen an. Aber in der Partnerschaft mit Joachim Löw fühle ich mich ausgesprochen wohl - auch in der Werbepartnerschaft.

Gibt es Produkte, für die Sie gerne werben würden?

Löw: Klar, das sind vor allem Artikel, die in meinem täglichen Leben eine Rolle spielen, wie Sport und Gesundheit. Allerdings will ich keine wandelnde Litfaßsäule sein, sondern einen kleinen Kreis von ausgewählten Partnern haben.

Und für welche Marken würden Sie niemals werben?

Löw: Diese Liste ist lang. Alkohol und Nikotin stehen ganz oben.
Flick: Ich würde nie für Produkte werben, die ich nicht kenne oder die gesundheitliche
Schäden hervorrufen. Als Trainer hat man eine wichtige Vorbildfunktion - der muss man gerecht werden.

Mehr zum Thema Trainer als Testimonials lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 33/08, die am Donnerstag, 14. August, erschienen ist.
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