Exklusiv-Interview: Hape Kerkeling wirbt als "Gisela" für Krüger Kaffee

Donnerstag, 07. August 2008
Bald ist Kerkeling als "Gisela" in TV-Spots zu sehen (Bild: Frank Schemmann)
Bald ist Kerkeling als "Gisela" in TV-Spots zu sehen (Bild: Frank Schemmann)

Ein Mann, viele Rollen: Hape Kerkeling ist nicht nur gefragte Medienfigur und erfolgreicher Comedian, er avanciert auch zu einem der begehrtesten Testimonials. In seiner jüngsten Rolle Gisela - eine Art weibliches Gegenstück zu Horst Schlämmer - ist er demnächst in mehreren TV-Spots für Krüger Kaffee zu sehen. Damit konnte Special Key dem Entertainer bereits den dritten großen Werbevertrag an Land ziehen: Kerkeling selbst wirbt seit Jahren für Celebrations, sein Alter Ego Horst Schlämmer für VW.

Mit Gisela alias Kerkeling geht Krüger Kaffee nach rund vier Jahren wieder mit einem Testimonial in die Werbeoffensive. Der Claim der Kampagne: "Das möschte isch", passend zum rheinländer Akzent von Gisela. Die von Telemaz, Berlin, produzierten Spots starten im September. Die Kreation stammt von Brand Lounge in Düsseldorf.



Waren Sie überrascht über das Werbe-Angebot für Gisela - so bekannt wie Sie oder Horst Schlämmer ist sie ja nicht?
Kerkeling: Ich war schon ziemlich überrascht, dass Gisela nun Werbefigur werden soll. Aber die Kombination war so spannend, kreativ und gelungen, dass es für mich eigentlich gar keine Frage war, ob ich dabei bin oder nicht. Vor allem: die Spot-Ideen sind so anarchisch - das muss man machen.

Horst Schlämmer warb für Volkswagen, Gisela jetzt für Krüger Kaffee. Was macht Ihre Kunstfiguren kommerziell so erfolgreich?
Kerkeling: Ich glaube, das hat damit zu tun, dass sie ein bisschen gegen den Strich gebürstet sind. Gisela ist da ähnlich wie Horst Schlämmer - eben jemand, den man irgendwie kennt. Jeder hat eine Tante Hedwig oder eine Tante Bettina, die auch so sind. Meine Figuren verkörpern bestimmte Archetypen, in denen die Menschen sich oder jemand aus ihrer Familie oder Nachbarschaft wiedererkennen.

Wer ist denn in Sachen Werbung gefragter: Hape, Horst oder Gisela?

Kerkeling: Zum Glück immer noch ich selbst. Dann Horst, und Gisela kommt geht ja gerade jetzt erst an den Start.

Wer wird am besten bezahlt?

Kerkeling: Gisela - ich bitte Sie! Sie ist eine Frau und stellt ganz andere Ansprüche (lacht). Nein. Alle gleich. Am Ende bin das ja immer noch ich.

Sie spielen den Horst, Gisela, ihren Mann Wolfgang und natürlich immer auch sich selbst. Ist es schwierig, so vielen Figuren gleichzeitig Leben einzuhauchen?

Kerkeling: Ich springe ungern in die Figuren, bevor ich in der Maske bin. Das hat wenig Sinn. Ich brauche wirklich diese halbe Stunde, um erst mal in die Figur reinzukommen, sonst wird das nur so eine Charge. Solange ich sie nicht parallel spiele - was ja quasi unmöglich ist - ist das eigentlich ok. Es macht ja auch Spaß, mal das eine oder das andere zu sein.

In welche Rolle schlüpfen Sie am liebsten?

Kerkeling: In die, die gerade neu ist. Insofern ist Gisela momentan schon mein Favorit. Aber auch Wolfgang hat durchaus Potential für mehr. Den alten Trenchcoat vom Horst hatte ich ja nun wirklich schon oft genug an.

Gibt es Pläne für eine weitere Figur?

Kerkeling: Wenn ich vorher erzählt hätte, ich plane Horst Schlämmer, wäre es witzlos gewesen. Die Figur taucht irgendwann auf und dann ist sie da. Und selbst wenn sie dann da ist, wird sie immer noch verändert. Sie ist nie zu 100 Prozent zu Ende kreiert.

Gäbe es kreativ noch Kapazitäten für eine weitere Figur - oder ist irgendwann Schluss mit dem Erfindungsreichtum?

Kerkeling: Das will ich nicht hoffen!

Könnten Sie sich vorstellen, gezielt für einen Werbekunden eine Figur zu kreieren?

Kerkeling: Schwer zu sagen. Ich sehe meinen Schwerpunkt ja nicht unbedingt in der Werbung.

Aber Sie würden es nicht ausschließen?

Kerkeling: Denkbar ist alles.



Alles zur Krüger-Kaffee-Kampagne und ein Interview mit Gisela lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 32/08, die am Donnerstag, 7. August, erscheint.
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