Euro ist kein Werbethema

Mittwoch, 14. November 2001

Die Euro-Einführung lässt Handel, Hersteller und Banken kalt. Umfangreiche Werbeauftritte, die die neue Währung thematisieren, sind Mangelware. "Damit kann man sich nicht beim Kunden profilieren", ist etwa Wolfgang Bück, Werbeleiter beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), überzeugt.

Kampagnen mit dem Euro im Fokus stehen auch bei Lebensmittelherstellern, Reiseunternehmen und in der Autobranche nicht auf der Agenda. Insbesondere bei den Herstellern ist nach dem Konditionenpoker mit dem Handel von Euro-Euphorie nichts zu spüren. "Die Umstellung auf den Euro wird in den Medien so intensiv kommuniziert, dass eine werblicheBegleitung nichterforderlich ist", gibt Katja Jans, Leiterin Kommunikation beim Snackhersteller Lorenz, die Stimmung in der Branche wieder.

Selbst der Handel, für den der Preis stets eines der wichtigsten Marketinginstrumente ist, begnügt sich überwiegend mit den Vorbereitungen für einen reibungslosen Umtausch und der Neukalkulation der psychologisch wichtigen Schwellenpreise.

Banges Zittern herrscht aber vor den Plänen der Lebensmittel-Discounter, die für die künftige Preisfindung maßgeblich sind. Eine einmalige Anzeige des Aldi-Rivalen Lidl, der mit einer Euro-Preisgarantie warb, sorgte in der Branche für Aufregung. Mitbewerber Plus sieht ebenfalls keinen Bedarf für eine "grundlegende Neuausrichtung der Kommunikation", sagt Michael Hürter, Vorsitzender der Geschäftsführung. Die Mülheimer wollen aber am Point of Sale (PoS) ihre Kampagne (Agentur: Vasata/Schröder, Hamburg) der kleinen Preise aktualisieren und am PoS und mit Broschüren den Claim "Der Euro kommt - die kleinen Preise bleiben" kommunizieren.
Meist gelesen
stats