Euro-Kommunikation geht an Infobedürfnissen vorbei

Dienstag, 07. Juli 1998

Die Deutschen haben Angst vor der Einführung des Euro, und die Kommunikation zur Währungsumstellung geht an den Informationsbedürfnissen der Bevölkerung vorbei. Dieses Fazit zieht die GesellschaftPublic-Relations-Agenturen GPRA und stützt sich dabei auf eine qualitative Studie des Instituts für psychologische Wirkungsforschung IFM in Freiburg, die heute in Frankfurt vorgestellt wurde. Das Marktforschungsinstitut befragte 140 Personen aus Deutschland, England, Italien und Frankreich in einem je zweistündigen tiefenpsychologischen Interview. Die Deutschen sind laut Umfrage die einzigen,die sich auf ganzer Linie durch die Einführung des Euro benachteiligt fühlen. Eine Ursache liege im hohen ideellen Wert der D-Mark als Symbol für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung Deutschlands nach 1945. Diese nationale Befindlichkeit sei bisher in den Euro-Kampagnen nicht ausreichend berücksichtigt worden, so Rupert Ahrens, Präsident der GPRA. Die GPRA schlägt deshalb vor, die Kommunikation für den Euro neu auszurichten und mit Rücksicht auf diese soziokulturelle Besonderheit emotionale Faktoren einfließen zu lassen. Der kulturelle und soziale Nutzen einer einheitlichen europäischen Währung müsse besser transportiert werden, um eine stärkere Akzeptanz des Euro zu erreichen.
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