Erst in Holland, jetzt in Deutschland: Zalando zapft das Internet an

Mittwoch, 20. Februar 2013
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Nach fast vier Jahren Zalando spürt sicher so mancher Ehemann die Versuchung: Warum nicht einfach das Internet kappen und so die liebe Ehefrau von weiteren Bestellungen abhalten? In dem neuen TV-Spot "Fashion Fontäne" zur Frühjahrssaison tut der Protagonist eben dies und erlebt sein blaues Wunder. Denn das Internet ist mitnichten ein dickes Kabel sondern eine Pipeline, durch die die begehrten Produkte - inklusive Zalando-Mann - direkt gepumpt werden. Der Spot ist gleich in zweierlei Hinsicht eine Premiere. Erstmals ist in Deutschland ein Film zu sehen, der zuvor schon im Ausland eingesetzt wurde. Der von Jung von Matt/Fleet kreierte Spot (Filmproduktion: Big Fish, Berlin) war erstmals im Herbst 2012 in den Niederlanden zu sehen. Dabei habe es sich allerdings nur um einen Testlauf gehandelt, versichert eine Unternehmenssprecherin: "Wir steuern unsere Spots länderspezifisch aus und können durch zeitlich versetzte Einbuchung die Resonanzen besser testen. Die Niederlande sind einer unserer Schlüsselmärkte mit einem für Zalando repräsentativen Kundenstamm." Bisher war es allerdings üblich, dass der Händler seine Spots im deutschen Markt präsentierte und anschließend auch in den anderen europäischen Märkten nutzte.

Der Re-Import des Werbeauftritts kann allerdings auch als Zeichen für ein wachsendes Kostenbewusstsein bei den Werbespendings verstanden werden. Denn während Zalando in den Niederlanden die Fashon-Fontäne sprudeln ließ, warb der Online-Händler unter anderem mit einem älteren Spot für sein Sportsegment und mit einem eigenen Spot für seine Produktmarke Zign. In den ersten Jahren nach der Gründung hatte der Berliner Online-Konzern durch die schnelle Premiere neuer, polarisierender Spots seine Marke wesentlich gestärkt.

Doch jetzt rückt neben dem Unternehmenswachstum auch immer mehr die Profitabilität der Marke in den Mittelpunkten der Strategie. In der Jahresbilanz konnte Zalando schon den Break-Even der DACH-Region verkünden, wenn auch das Gesamtunternehmen weitehrin Verluste schreibt. Als eine wichtige Stellgröße für eine höhere Profitabilität in den kommenden Jahren dürfte auch eine effizientere Ausschöpfung des vorhandenen Werbe-Inventars sein. cam

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