Ergo betet den Erfolg der eigenen Werbung klein

Freitag, 27. Mai 2011
Keiner hat's gemerkt: Ein Handwerker montiert das neue Logo der Versicherung
Keiner hat's gemerkt: Ein Handwerker montiert das neue Logo der Versicherung


Raus aus dem einen PR-Debakel, rein ins nächste Fettnäpfchen. Ergo kommt nicht zur Ruhe. Jetzt redet die Versicherung den Erfolg der millionenschweren Werbe-Kampagne klein. Die Logik: Einem Marken-Relaunch, den keiner bemerkt habe, könne die Sex-Party-Posse auch nur wenig Schaden zufügen. "Viele Leute haben unsere Marken-Repositionierung im vergangenen Jahr ja gar nicht mitbekommen", zitiert Sueddeutsche.de eine Ergo-Sprecherin. Doch dann wären die brutto rund 60 Millionen Euro Werbegelder, die Ergo 2010 investierte, mehr oder weniger für die Katz gewesen. Eher "mehr" scheint man bei Ergo zu hoffen. "Wahnsinn - Werber bei Ergo sind mit einem Mal "zuversichtlich", dass ihre Kampagne nix gebracht hat, spottet denn auch bereits @moetting via Twitter.

Zweifel sind zudem mehr als angebracht. Das Marktforschungsinstitut YouGovPsychonomics ermittelte noch Ende des Jahres, dass die Versicherungsgruppe ihre Bekanntheit von 11 Prozent im ersten Quartal 2010 auf 63 Prozent im letzten Quartal 2010 steigern konnte. Die groß angelegten Kampagne (Kreation: Aimaq & Stolle) war im Sommer 2010 gestartet.

Auch von Ergo klang es im Oktober 2010 in HORIZONT noch anders: "Wir haben bei der gestützten Markenbekanntheit enorm zugelegt, ebenso bei der spontanen Bekanntheit", sagte damals Ergo Marketingleiterin Andrea Hoelken. So lag man damals zwar noch unter den einstigen Werten der Hamburg-Mannheimer, aber deutlich über denen der Victoria. Am Mittwoch hatte das Unternehmen bestätigt, dass es infolge der Imagekrise den Werbedruck vorerst zurückfährt. ork
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