Energiemarkt-Studie: Die Ex-Monopolisten entdecken das Direktmarketing

Freitag, 18. Mai 2001

Im Direktmarketing der Energieversorgungsunternehmen (EVU) gehört die durch schieren Aktionismus geprägte Phase der Vergangenheit an. Drei Jahre nach Öffnung des Strommarktes haben die EVU nunmehr Strategien für ihr Handeln im liberalisierten Markt entwickelt. Das ist das Resultat einer Umfrage, die die Hamburger Marketing-Institute Auxil und B-Direct jetzt zum dritten Mal vorlegen.

"Die EVU haben ihre Kunden entdeckt", fasst Marc Küge von B-Direct zusammen; Kundenbindung durch gesteigerte Kundenzufriedenheit sei Thema Nummer 1. So wollen bis Ende 2002 vier Fünftel aller Unternehmen ein professionelles Beschwerdemanagement betreiben. Schon jetzt intensivieren 45 Prozent der EVU ihre Kundenbetreuung mithilfe eigener oder beauftragter Call-Center. Über CRM-Systeme verfügen bislang nur 16 Prozent, aber 46 weitere Prozent planen die Implementierung in den kommenden zwei Jahren.

Dass die Zeit der Massenansprache zu Ende geht, zeige sich auch am rückläufigen Einsatz von Response-Anzeigen in Publikumszeitschriften und überregionalen Zeitungen. Eine Ausnahme bilden hier nur die wenigen Großunternehmen mit mehr als 100.000 Kunden. Insgesamt werde sich der Direktmarketing-Anteil am Gesamtwerbebudget von derzeit knapp 24 Prozent auf 31 Prozent im Jahr 2002 erhöhen. Dabei sei aber zu berücksichtigen, dass Direktmarketing bei kleinen EVU traditionell einen relativ hohen Stellenwert hatte. "Die deutlichen Verlagerungen finden also bei den großen EVU statt", folgert Küge - und zwar von 19 Prozent Budget-Anteil im vergangenen Jahr auf 30 Prozent im Jahr 2002.
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