Ein Volt für alle Fälle: Spot-Premiere von Chevrolet

Donnerstag, 19. Juli 2012
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Chevrolet Elektroauto Volt Nachhaltigkeit Zombie Polizei USA


Elektroautos. Da fallen einem für die Werbung immer solche netten Begriffe ein wie Nachhaltigkeit, Vernunft, Verpflichtung den nachwachsenden Generationen gegenüber, schöne heile Welt-Bilder. Aber mit Sicherheit fallen kaum jemanden Zombies ein. Es sei denn man arbeitet bei Chevrolet und sucht nach einem kreativen Ansatz für den Volt, der sich aus dem „Wir tun was für die Umwelt"-Gedanken abheben soll. Seit gestern läuft das Ergebnis dieser Überlegungen auf reichweitenstarken Privatsendern.
Zwei Männer bleiben mit ihrem Auto auf einer Straße liegen. Kein Benzin mehr. Sie sind in Panik. Weniger vor der Polizei, die ihnen einen Strafzettel verpassen könnte als mehr vor den unheimlichen Gestalten, die hinter den beiden herwanken. Zombies. Untote. Komische Gesellen. Sie flüchten vorbei an Schrottkisten, fallen, sind verzweifelt. Das Ende scheint nah. Doch plötzliche ist Rettung da. Eine dunkelhaarige Schönheit hält in einem Volt hält neben den beiden verdutzten Männern.  500 km elektrisches Fahren tönt es aus dem Off, eine saubere Flucht vor den Schreckgestalten.

Zu sehen ist die reine TV-Kampagne vor allem im Umfeld von Science-Fiction-, Fantasy- und Horrorfilmen. Auf Print verzichtet das Unternehmen bewusst, auch weil die Idee kaum auf eine Anzeige zu übertragen gewesen wäre, wie es bei Chevrolet heißt. Was aber wichtiger ist, die Marke inszeniert den Volt-Wagen auf diese Art weniger als ein Vernunftauto, sondern als ein Modell, mit dem man Spiel, Spannung, Spaß  haben kann. Mit der ersten weit sichtbaren Arbeit von Commonwealth für die Marke setzt sich die GM-Tochter deutlich von ihrer Schwester Opel ab.

Ohnehin scheint man derzeit bei Chevrolet alles daran zu setzen als witzig-freche Marke von den Verbrauchern wahrgenommen zu werden. In den USA und im Netz sorgt derzeit eine Volt-Anzeige aus den USA für Furore. In der Juni-Ausgabe hatte Chevy in der Schwulenzeitung „Between the lines", die in Michigan erscheint, Werbung geschaltet. Darin zu sehen ein Volt, der zwei konventionellen Modellen gesteht: „Mom, Dad, I'm electric". 750 US-Dollar haben die US-Marketer des Autobauers dafür bezahlt. Ein super günstiges Investment. Denn mittlerweile ist die Anzeige ins Netz gelangt und verbreitet sich viral in einer gigantischen Geschwindigkeit. Über 11 Millionen User haben die Anzeige bereits geklickt. GM als Mutter, sonst gerne als konservativ wahrgenommen, wirkt auf einmal frech, offen für neue Zielgruppen und sympathisch. Und das könnte am Ende dem Volt weltweit helfen, mehr als jeder Vernunftgedanke. mir
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