Edward mit den Flaschenhänden: Andes Beer persifliert Tim-Burton-Klassiker

Montag, 27. August 2012
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Die argentinische Biermarke Andes ist bekannt für ihre außergewöhnlichen Kampagnen zur Aktivierung ihrer hauptsächlich männlichen Fans. Doch der Auftritt zur Einführung eines neuen Flaschendesigns setzt einen neuen Höhepunkt der Skurrilität. In dem von Del Campo Nazca Saatchi kreierten TV-Spot persifliert Andes einen der großen Filmklassiker von Kultregisseur Tim Burton und präsentiert eine ganz eigene Form von "Edward mit den Scherenhänden". Die Story beginnt zunächst wie ein klassisches Liebesdrama: Ein einsamer Sonderling, der sich aufgrund einer körperlichen Abnormität nicht unter Menschen traut, trifft auf seine neue Pflegerin und lernt sie lieben. Bei der Abnormität handelt es sich in diesem Fall um Bierflaschen, die auf allen Fingern des Sonderlings sitzen und ihn auch bei den alltäglichsten Verrichtungen wie dem Rasieren oder dem Auflegen einer Schallplatte behindern.

Der Twist am Ende der im Stil eines Stummfilms inszenierten Geschichte ist allerdings ganz und gar unromantisch: Es stellt sich heraus, dass unser Sonderling mitnichten an einer geheimnisvollen Krankheit litt, sondern so ungeschickt war, dass er seine Finge stets in Bierflaschen steckte und anschließend nicht mehr herausbekam. Dank der neuen Andes-Flasche mit breiterem Flaschenhals ist das Problem allerdings gelöst und die knospende Romanze abrupt beendet.

Der Kommunikationsanlass ist innerhalb der Bierbranche an sich nicht ungewöhnlich. Auch in Deutschland versuchen immer wieder Biermarken - zuletzt Hasseröder - über ein individuelles Flaschendesign mehr Markenprofil zu bekommen. Denn ein gelungenes Desing kann zum einen die wahrgenomme Wertigkeit der Marke erhöhen und zum anderen einen Vorteil bei spontanen Kaufentscheidungen am PoS liefern.

Allerdings scheitern die meisten deutschen Marken an der adäquaten Kommunikation eines neuen Designs. Denn so effektiv eine unverwechselbare Flaschenform zur Beeinflussung unbewusster Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozesse ist, so uninteressant ist sie wiederum als Thema der klassischen Kommunikation. Schließlich entscheidet sich kein Biertrinker bewusst für eine Marke, weil ihm die Flasche so gut gefällt. Andes löst das Problem, indem es eine allgemeine Geschichte zur Marke erzählt, die erst in ihrer Auflösung einen konkreten Bezug zu der Designveränderung erhält. cam
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