Edeka umsegelt Shitstorm zur „Costa Concordia“

Donnerstag, 26. Januar 2012
Krisenkommunikation auf der Facebook-Seite von Edeka
Krisenkommunikation auf der Facebook-Seite von Edeka
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Makaber, aber wahr: Während die "Costa Concordia" schon gekentert vor der Insel Giglio lag, warb Neukauf Reisen noch unter der Überschrift „Für Kinder ein großer Spaß!" für eine Reise mit dem „Traumschiff". Eine Anzeige im Edeka-Kundenmagazin „Diese Woche" (Auflage: 4,2 Millionen Exemplare) landete am 14. Januar in den Briefkästen der Regionen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teilen von Hessen und Bayern. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Schiff bereits schwere Schlagseite. In Tweets und Blogs waren prompt hämische Kommentare zur Werbung der Edeka-Tochter für die „Costa Concordia" zu lesen, Online-Portale wie heute.de und derwesten.de griffen das Thema in der folgenden Woche auf. In der öffentlichen Erregung ging allerdings unter, dass das Handelsunternehmen bereits reagiert hatte.

"Wir haben nicht selbst aktiv einen Post auf unserer nationalen Facebook-Seite gesetzt, weil es sich um ein regionales Ereignis gehandelt hat", sagt Edeka-Sprecherin Anne Lehmbrock. Doch nachdem am Montag (16. Januar) ein User den ersten Kommentar zur Anzeige auf dem Facebook-Auftritt gesetzt hatte, veröffentlichte die zweiköpfige Social-Media-Abteilung in der Edeka-Unternehmenskommunikation eine Stellungnahme. „Zunächst möchten wir den Opfern und Angehörigen des Unglücks unser Mitgefühl aussprechen", heißt es darin. „Wir bitten für die Veröffentlichung der Anzeige in dem aktuellen Edeka-Prospekt um Entschuldigung. Leider waren die Prospekte lange vor dem Ereignis gedruckt und bereits am vergangenen Freitag bei den Zustellern, so dass der sofort eingeleitete Rückruf nicht mehr alle Dienstleister rechtzeitig erreichen konnte."

Bei Edeka Südwest gingen insgesamt sieben Beschwerden von Kunden ein. Doch die auf Facebook gegebenen Antworten genügten offensichtlich der Mehrheit. In Kommentaren zur Stellungnahme von Edeka heißt es unter anderem: „Sehr gut, hatte mich zwar auch schon gewundert, aber war halt klar, dass das nicht mit Absicht war" und „Finde es gut, dass ihr die Geschichte so zügig richtiggestellt/kommentiert habt. Da können sich andere Unternehmen ein Beispiel daran nehmen!". fo
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