EU will Werbeverbote für Medikamente lockern

Mittwoch, 10. Dezember 2008
Verheugen will Pharma-Werbung erleichtern
Verheugen will Pharma-Werbung erleichtern

Geht es nach der EU-Kommission, erhalten Pharmahersteller künftig mehr Freiheiten bei der Bewerbung verschreibungspflichtiger Medikamente - und Verlage möglicherweise eine neue Einnahmequelle. Ein am heutigen Mittwoch veröffentlichter Gesetzentwurf der Kommission sieht vor,  Produktinformationen zu solchen Präparaten in Printmedien und im Internet zu erlauben. Das generelle Werbeverbot für verschreibungspflichtige Medikamente bleibt laut dem Gesetzentwurf allerdings weiterhin bestehen - und auch die Regeln zur Ansprache der Patienten sind streng reglementiert.  So dürfen laut dem Gesetzesvorhaben aus Brüssel nur solche Produktbeschreibungen veröffentlicht werden, die zuvor von einer nationalen Behörde genehmigt wurden. Und auch bei der Auswahl der Medien sollen Pharmaunternehmen keine freie Wahl haben: Laut dem Vorschlag der EU-Kommission soll die Medikamenten-Werbung künftig in "gesundheitsbezogenen" Publikationen erlaubt sein.

  Welche Websites und Printtitel in diese Kategorie fallen, sollen die einzelnen Mitgliedsstaaten der EU laut dem Gesetzesentwurf selbst entscheiden. Grundsätzlich komme aber auch eine Gesundheitsbeilage oder Sonderseite einer Tageszeitung in Frage, sagte der federführende Industriekommissar Günther Verheugen vor Journalisten: "Es ist prinzipiell kein Printmedium von diesen Möglichkeiten ausgeschlossen."

Verheugen hatte ursprünglich geplant, die Werbemöglichkeiten über Anzeigen nicht auf bestimmte Publikationen zu beschränken  - dafür allerdings in Kreisen der Kommission heftige Kritik geerntet. Der aktuelle Vorschlag des Industriekommissars muss nun noch das Europäische Parlament passieren. jh
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